Sonntag, 23. Februar 2014

Gelesen: "Nur ein Teil von mir" von Katrin Stehle




-          Taschenbuch: 272 Seiten
-          Verlag: Beltz & Gelberg (Gulliver) (2. September 2013)
-          Sprache: Deutsch
-          ISBN-10: 3407744234
-          ISBN-13: 978-3407744234
-          Vom Hersteller empfohlenes Alter: 13 - 16 Jahre
-          Originaltitel: Spenderkind


Kurzbeschreibung:
Was macht dich zu dem Menschen, der du bist?
Lina hat tolle Eltern und um ihren Freund Julian wird sie von vielen beneidet. Aber ein Tag verändert alles: Der Tag, an dem Lina erfährt, dass ihr Vater nicht ihr biologischer Vater ist, sondern sie mittels einer Samenspende gezeugt wurde! Welcher Vater ist nun dafür verantwortlich, dass Lina so ist wie sie ist? Wer genau ist sie eigentlich? Und als wären diese Fragen nicht schon genug, fühlt sich Lina plötzlich auch noch zu Nick genauso hingezogen wie zu Julian ... Lina muss in diesem Gefühlschaos unbedingt herausfinden, wohin sie gehört.
Eine sensibel erzählte Geschichte über die Liebe, Familienbande und die Suche nach der eigenen Identität.
(Quelle: Beltz & Gelberg)

Meine Meinung:
Linas Leben ist eigentlich ganz harmonisch und glücklich. Bis zu dem Tag an den sie ein verwirrendes Gespräch ihrer Eltern belauscht. Dieses Gespräch lässt sie nicht mehr los. Es stellt sich schließlich heraus Lina ist das Ergebnis einer Samenspende, ihr vermeintlicher Vater ist nicht ihr biologischer Vater. Lina ist entsetzt, eine Welt bricht für sie zusammen. Fragen wie „Wer ist ihr richtiger Vater?“ oder auch „Wer ist sie wirklich?“ schwirren ihr von nun an unaufhörlich durch den Kopf. In dieser für sie schweren Zeit wünscht sich Lina ihren Freund Julian als Stütze an ihrer Seite. Doch Julian hat andere Sachen im Kopf, kann Lina nicht das geben was sie sucht. Da ist da plötzlich auch noch Nick, zu dem sich Lina plötzlich sehr hingezogen fühlt. Doch warum das?
Kann Lina herausfinden wer sie wirklich ist und wo sie hingehört?

Das Jugendbuch „Nur ein Teil von mir“ stammt von der Autorin Katrin Stehle. Es ist ein Buch das sich durch das angesprochene Thema von der Masse der Bücher abhebt.

Lina ist 16 und ein eigentlich ganz annehmbarer Charakter. Manchmal war ihr Verhalten nicht wirklich nachvollziehbar, doch wenn man bedenkt in welcher Situation sie sich befindet ist dies verständlich. Linas Leben ist eigentlich ganz normal. Bis zu dem Tag an dem sie erfährt das ihre Mutter nochmal schwanger ist und die Gefahr besteht das Baby könnte die Erbkrankheit ihres Vaters erben. Als Lina erfährt, dass sie ein Spenderkind ist kommt ihre gesamte innere Zerrissenheit zum Tragen. Sie ist verwirrt, handelt unüberlegt und ist oftmals einfach unfair, besonders ihren Eltern gegenüber.
Julian ist Linas Freund. Er ist älter al sie und sieht gut aus. In der Schule ist Julian Schulsprecher, die Jüngeren schauen zu ihm auf. Julian ist auf Erfolg aus, möchte seinen Eltern immer alles recht machen. In der Beziehung zu Lina hatte ich oftmals das Gefühl es geh ihm nur um das Eine. Wirklich gemocht habe ich Julian während des Lesens nicht.
Nick, den Außenseiter, hingegen war mir richtig sympathisch. Er steht Lina bei, ist für sie da als sie jemanden an ihrer Seite braucht. Er hat das Herz am richtigen Fleck und ist liebenswert und charmant. Und er scheint Lina richtig zu mögen.

Die Nebencharaktere, wie Hanna, Linas beste Freundin, oder auch Linas Eltern, die hilflos und ratlos wirken, sind Katrin Stehle gut gelungen. Sie bleiben aber im Vergleich zu den Protagonisten eher blass.

Der Schreibstil der Autorin ist flüssig und recht jugendlich gehalten. Sie beschreibt die Szenen gut verständlich.
Geschildert wird das Geschehen aus Sicht von Lina in der Ich-Perspektive. So wird ihre innere Zerrissenheit, ihr innerer Kampf gut rübergebracht. Immer wieder gibt es kleine Rückblenden in die Vergangenheit wo noch alles in Ordnung war.
Die Handlung selber fand ich interessant und einfühlsam erzählt. Das Thema Samenspende wird vordergründig behandelt, es geht aber auch um die Erbkrankheit Chorea Huntington. Zum Ende hin gibt es ein paar Dinge, die ich so nicht erwartet hatte.

Das Ende selber fand ich gut und passend zur Gesamthandlung gewählt. Es ist ein wenig offen und regt zum Nachdenken an.

Fazit:
„Nur ein Teil von mir“ von Katrin Stehle ist gut geschriebenes Jugendbuch über ein sehr sensibles Thema.
Die gut gestalteten Charaktere, der flüssig lesbare Stil und eine interessante und nachvollziehbare Handlung haben mir angenehme Lesestunden beschert.
Durchaus lesenswert!


Ich bedanke mich beim Verlag für das bereitgestellte Rezensionsexemplar.

Meine Rezension ist auch hier, hier, hier, hier (unter Manja Teichner) und hier (unter Manja Teichner) zu finden.

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen

Du möchtest mir einen Kommentar hinterlassen?
Das ist wirklich super!
Ich freue mich immer über deine Meinung!
Vielen lieben Dank!