Samstag, 22. März 2014

Gelesen: "Der Anfang von Danach" von Jennifer Castle




-          Gebundene Ausgabe: 416 Seiten
-          Verlag: Carlsen (21. Februar 2014)
-          Sprache: Deutsch
-          ISBN-10: 3551582661
-          ISBN-13: 978-3551582669
-          Vom Hersteller empfohlenes Alter: 14 - 17 Jahre


Kurzbeschreibung:
Als eines Abends ein Polizist bei Laurel vor der Tür steht, wird ihr Leben von einem Moment auf den anderen in zwei Teile gerissen: das Davor und das Danach. Denn ihre Familie wird von der kurzen Fahrt zur Eisdiele nie mehr zurückkehren, sie ist bei einem Unfall ums Leben gekommen.
Mit im Auto saßen auch die Eltern von David, nur er blieb wie Laurel verschont.
Die beiden versuchen auf ganz verschiedene Weise, zurück ins Leben zu finden. Laurel sieht sich in ihrer Trauer und Verzweiflung mit ganz banalen Problemen konfrontiert: Was tun mit den Jacken ihrer Eltern, die noch im Flur hängen? Was soll sie mit dem plötzlichen Interesse ihrer Mitschüler an der „Überlebenden“ anfangen? Und soll sie trotz allem zum Abschlussball gehen und versuchen, Spaß zu haben?
Langsam, ganz langsam, findet Laurel ihren Weg und lernt dabei auch den unnahbaren David immer besser kennen.
(Quelle: Carlsen)

Meine Meinung:
Laurel lebt ein glückliches Leben, gemeinsam mit ihren Eltern und ihrem Bruder Toby. Bis zu jenem Abend der alles ändert.
Nicht ahnend öffnet Lauren die Haustür, davor steht ein Polizist, der ihr mitteilt, dass ihre Eltern und ihr Bruder bei einem Autounfall ums Leben gekommen sind. Von jetzt auf gleich liegt Laurels Welt in Scherben, ihr Halt ist verschwunden und sie unterteilt ihr Leben in ein Davor und Danach.
Doch nicht nur Laurel hat ihre Lieben verloren, auch David, dem Nachbarsjungen, geht es ähnlich. Seine Mutter ist ebenfalls tot und sein Vater, der Unfallfahrer, liegt im Koma.
Beiden Teenagern steht nun der Weg zurück zur Normalität bevor. Und beide gehen ihn anders an. Während David die Stadt verlässt um seinen Kopf frei zu bekommen kämpft sich Laurel nach und nach zurück ins Leben, muss mit Erinnerungen klarkommen, die sie jeden Tag aufs Neue treffen.
Nach und nach findet Laurel einen Weg mit ihrem Verlust klarzukommen und ganz nebenbei lernt sie so auch David besser kennen …

Der Roman „Der Anfang von Danach“ stammt von der Autorin Jennifer Castle. Es ist das Debütwerk der Autorin, in dem sie sich mit einem sehr traurigen Thema befasst.

Laurel ist eine eher zurückhaltende schüchterne Protagonistin. Sie ist ein ganz normales Mädchen mit ganz normalen alltäglichen Problemen. Sie lernt für die Unizulassungen, geht zur Schule und hat Freunde, mit denen sie ihre Zeit verbringt. Laurel kann gut zeichnen, dieses Talent nutzt sie für die Theater AG. Der Tod ihrer Familie trifft sie tief, sie steht regelrecht unter Schock. Laurel zeigt ihre Trauer aber nicht offensichtlich, was sie eher kühl und gefühlskalt wirken lässt. Sie frisst viel in sich hinein, macht es mit sich selber aus und zeigt ihre Gefühle nicht nach außen.
David habe ich sehr gerne gemocht. Er ist ein ziemlicher Rebell. David geht mit seiner Trauer anders um als Laurel. Er verlässt die Stadt muss mal was anderes sehen, rauskommen.
Laurels Großmutter zieht zu Laurel und versucht ihr so gut es geht beizustehen. Sie trauert ebenso, zeigt es aber nicht zu offensichtlich, um es, so wirkte es auf mich, Laurel nicht noch schwerer zu machen.

Doch nicht nur die Hauptfiguren haben mir gut gefallen, auch die Nebencharaktere, wie beispielsweise Meg, Laurels Freundin, sind Jennifer Castle wirklich gelungen.
Nicht zu vergessen Masher, Davids Hund, und das Bindeglied zwischen Laurel und David. Den Kleinen fand ich von den Beschreibungen her wirklich toll.

Der Schreibstil der Autorin ist recht einfach und jugendlich gehalten. Das Buch lässt sich auf jeden Fall gut lesen, auch wenn es vom Thema her eher nachdenklich stimmt.
Geschildert wird das Geschehen aus Sicht von Laurel in der Ich-Perspektive. So bekommt man als Leser direkt ihre Gedanken und Gefühle mit.
Die Geschichte an sich ist eher von der ruhigen Sorte. Die Atmosphäre ist eher bedrückend und traurig, nimmt einen als Leser mit, besonders wenn man selbst weiß, wie es ist einen geliebten Menschen zu verlieren. Sie wirkt real, glaubhaft, eben wie aus dem Leben gegriffen. Jennifer Castle widmet sich Themen wie dem Schmerz beim Verlust eines lieben Menschen oder auch der Trauerbewältigung. Immer wieder gibt es Erinnerungen von Laurel, die in die Geschichte mit einfließen.

Vom Ende war ich persönlich leider ziemlich enttäuscht. Es passt nicht ganz so gut zur Gesamtgeschichte und ich hatte etwas anders im Sinn.

Fazit:
„Der Anfang von Danach“ von Jennifer Castle ist ein berührendes Debüt der Autorin.
Die gut gezeichneten Charaktere, die doch eher leisen Töne und ein aus dem Leben gegriffener Plot haben mir bis auf das etwas unpassende Ende doch zugesagt und bewegt.
Durchaus lesenswert!




Ich bedanke mich beim Verlag für das bereitgestellte Rezensionsexemplar.

Meine Rezension ist auch hier, hier, hier, hier, hier (unter Manja Teichner) und hier (unter Manja Teichner) zu finden.

Kommentare:

  1. Das Buch habe ich neulich im Buchladen gesehen und fand das Cover schon sehr ansprechend. wenn ich einer Rezi so folge, ist auch der Inhalt sehr gut, aber wieso war das Ende schlecht? Offenes Ende oder einfach nur keine gute Abschlussidee?

    LG Piglet ♥

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    1. Es geht eher um die Idee vom Ende. Damit konnte ich mich nicht so wirklich anfreunden. Ist aber wohl Geschmackssache, andere finden es vielleicht gut so wie es ist.

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