Donnerstag, 14. August 2014

Gelesen: "Schwarze Häuser" von Sabine Ludwig



-          Gebundene Ausgabe: 352 Seiten
-          Verlag: Dressler (21. Juli 2014)
-          Sprache: Deutsch
-          ISBN-10: 3791512048
-          ISBN-13: 978-3791512044
-          Vom Hersteller empfohlenes Alter: 10 - 12 Jahre




Kurzbeschreibung:
Packend und berührend - das persönlichste Buch von Sabine Ludwig.
Die zwölfjährige Uli kommt sechs Wochen zur Erholung auf eine Nordseeinsel. Dort erwartet sie jedoch alles andere als ein Urlaub. Denn keins der Kinder ist freiwillig im Kurheim. Das Heimweh ist groß, der Wind heult ums Haus, das Essen schmeckt schrecklich. Trost findet Uli bei ihren neuen Freundinnen Fritze, Freya und Lieschen. Gemeinsam bibbern sie im kalten Waschraum, helfen sich beim Schuheputzen und überstehen auch die gemeinsten Strafen. Doch eines Tages ist Freya verschwunden. Heimlich machen sich die Mädchen auf die Suche und finden sie weit draußen im Watt...
(Quelle: Dressler)

Meine Meinung:
Die 12-jährige Uli wird in den Sommerferien in eine Art Kurheim für Kinder auf eine Nordseeinsel verschickt. Im Heim gibt es lieblose Betreuerinnen und die Mädchen und Jungen sind strikt voneinander getrennt. Das Essen ist schlecht, es ist kalt und auch sonst müssen vor allem die Mädchen einiges über sich ergehen lassen.
Doch die Mädchen freunden sich miteinander an, finden Halt beieinander und können nur so die Zeit überstehen …

Das Kinderbuch „Schwarze Häuser“ stammt von der Autorin Sabine Ludwig. Sie ist eine bekannte Kinderbuchautorin, ich persönlich kannte bisher nur ein Buch für Jugendliche von ihr.

Die Charaktere im Buch sind alle sehr schön dargestellt. Man kann sich Uli, Fritze, Freya oder auch Anneliese sehr gut vorstellen. Allerdings taten mir die Kinder beim Lesen doch ziemlich leid. Man wünscht sich eigentlich sie alle mal richtig fest in den Arm nehmen zu können, denn sie müssen viel Leid ertragen. Mit der Zeit aber entwickeln sich Freundschaften, besonders unter den Mädchen. Sie fangen an sich zu öffnen, erzählen über ihre Familien, ihren Alltag. Das gefiel mir gut, denn so kann man sich als Leser einen doch guten Eindruck über die Mädchen machen.
Die Betreuerinnen, hier Schwestern genannt, haben mir ganz und gar nicht gefallen. Sie wirken lieblos und bösartig. Sie behandeln die Kinder wie Leibeigene, die Arbeiten verrichten müssen.

Der Schreibstil der Autorin ist kindgerecht flüssig und leicht zu lesen. Da das Geschehen in den 60-ziger Jahren spielt ist die Sprache teilweise an diese Zeit angepasst. Trotzdem ist alles sehr gut zu verstehen.
Es gibt einige sehr schöne Bleistiftzeichnungen, die gut zum Geschriebenen passen.
Das Geschehen selber hat mich sehr bedrückt und nachdenklich gestimmt. Die Stimmung ist deprimierend und dadurch, dass die Gefühle sehr gut zum Leser transportiert werden, fühlt man sich mit den Kindern verbunden. Sabine Ludwig hat ins Geschehen eigene Erfahrungen eingebracht, so wirkt alles sehr realistisch und vor allem glaubhaft.
Das Buch ist laut Verlag für Leser ab einem Alter von ca. 10 Jahren geeignet. Ich empfinde dies aber ein wenig zu tief angesetzt, denn die Handlung ist anspruchsvoll. Wenn Kinder es in diesem Alter lesen wollen, dann ist es empfehlenswert sie als Eltern dabei zu begleiten. Die bedrückende Stimmung im Buch könnte einem Kind doch sehr zu schaffen machen und es wird Gesprächsbedarf bestehen hinterher.

Fazit:
Zusammenfassend gesagt ist „Schwarze Häuser“ von Sabine Ludwig ein doch sehr anspruchsvolles Kinderbuch.
Gut dargestellte Charaktere, der kindgerechte flüssige Stil und eine Handlung, die bedrückt und deprimiert haben mich während des Lesens sehr nachdenklich gestimmt und betroffen zurückgelassen.
Dennoch empfehle ich das Buch weiter! Man sollte sich aber im Klaren sein das man hier kein Buch bekommt wo alles eitel Sonnenschein ist!


Ich danke dem Verlag für das Rezensionsexemplar und Katja für die Organisation der Leserunde auf Lovelybooks.
 

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