Freitag, 26. September 2014

Gelesen: "Alle Augen auf dich" von Gina Mayer



-          Broschiert: 336 Seiten
-          Verlag: script5 (21. Juli 2014)
-          Sprache: Deutsch
-          ISBN-10: 383900165X
-          ISBN-13: 978-3839001653



Kurzbeschreibung:
Eine Entführung, die online übertragen wird; Lösegeld, das per Crowdfunding finanziert werden muss – Gina Mayer erzählt einen spannenden psychologischen Thriller über das Verbrechen im Zeitalter von YouTube und Facebook.
Myriam Bellinger, Star der Internetserie Missing, wurde entführt. Die Täter hinterlassen keine Spuren, und Hauptkommissarin Amelie Fröhlich, die die Ermittlungen leitet, tappt völlig im Dunkeln. Da erscheint auf der Fanpage der Serie ein Videoblog. Man sieht – Myriam Bellinger, gefesselt, misshandelt und gefangen in einer winzigen Zelle. Tag für Tag kann die schockierte Öffentlichkeit Myriams Leiden nun online mitverfolgen. Dabei scheint sie sich zunehmend in einen ihrer Entführer zu verlieben. Die Kommentare der Internetgemeinde werden immer emotionaler, und die Klickzahlen schießen in die Höhe. Erst recht, als die erste Lösegeldforderung eintrifft: Zwei Millionen Euro, zu finanzieren über Crowdfunding!
(Quelle: script5)

Meine Meinung:
Myriam Bellinger wir entführt. Sie ist der Star einer Internetserie. Das Lösegeld wird nicht einfach so bereit gestellt sondern soll mittels Crowdfunding finanziert werden. Zuerst hat die eingeschaltete Polizei keinerlei Hinweise darauf wo Myriam sein könnte, doch dann taucht ein Videoblog auf Myriams Fanpage auf. Zu sehen ist Myriam, wie sie misshandelt wird. Von da an können die Fans Myriam tagtäglich auf der Fanpage sehen und ihren Kommentar dalassen.
Wird Myriam noch gefunden? Und kennt sie vielleicht sogar den Täter?

Der Jugendthriller „Alle Augen auf dich“ stammt von der Autorin Gina Mayer. Es war nicht das erste Buch das ich von ihr gelesen habe. Ich mag Ginas Stil sehr und war wirklich gespannt darauf was mich hier erwarten würde.

Die Protagonistin Myriam ist nur durch Erzählungen und eben Videos vertreten. So lernt man sie kennen. Sie kommt aus einer gutbürgerlichen Familie, ihr Vater ist Pfarrer, ihre Mutter engagiert sich auf sozialer Ebene. Myriam ist Schauspielerin. Die Online-Serie „Missing“ ist sehr erfolgreich. Allerdings ist Myriam nicht so glücklich damit, viel lieber würde sie am Theater Karriere machen.
Ihr Freund Jo ist eigentlich das komplette Gegenteil von Myriam. Er hat eigentlich immer chronischen Geldmangel, denn als Drehbuchautor ist er nicht sonderlich erfolgreich. Außerdem ist Jo alkoholabhängig. Seine Beziehung zu Myriam ist ihm aber heilig, er will sie nicht verlieren. Zwischen den Zeilen gelesen merkt man als Leser das Jo das Herz am richtigen Fleck hat.

Auch die anderen Charaktere, wie Lily, Myriams merkwürdige Mitbewohnerin, die schwer einzuschätzen ist, oder Erin, der Filmproduzent, der mir total unsympathisch war oder auch Amelie, die Kommissarin, die mit Myriams Fall betraut wird, sind Gina Mayer wirklich gut gelungen. Sie sind facettenreich gezeichnet und wirken glaubhaft.

Der Schreibstil der Autorin ist flüssig lesbar und hat mich gefesselt. Bereits nach wenigen Worten war ich gefangen und wollte wissen wie es wohl weitergeht.
Geschildert wird das Geschehen abwechselnd aus Sicht von Jo und der Kommissarin Amelie. So bekommt man als Leser sowohl Einblick ins private Umfeld von Myriam als auch in die Ermittlungsarbeit der Polizei.
Die Handlung selber ist spannend gehalten. Immer wieder hat Gina Mayer mich auf falsche Fährten gelockt, die sich dann als nichtssagend herausgestellt haben. Man erfährt näher wie Crowdfunding funktioniert oder auch wie eine Serie im Internet nur durch Klicks am Laufen gehalten wird. Es geht unblutig zu, daher ist der Thriller wirklich gut für Jugendliche geeignet.

Das Ende hat mich überrascht. Allerdings war es doch recht unspektakulär und manches war vielleicht ein wenig einfach und zu schnell gelöst. Es ist aber schlüssig und passt so wie es ist zur Gesamthandlung.

Fazit:
Abschließend gesagt ist „Alle Augen auf dich“ von Gina Mayer ein Jugendthriller zu einem doch recht aktuellen Thema.
Die gut beschriebenen Charaktere, der flüssig lesbare Stil und eine Handlung die mich ein ums andere Mal auf falsche Fährten gelockt hat, mir allerdings vom Ende her etwas zu einfach war, haben mir spannende Lesestunden beschert und mich gut unterhalten.
Durchaus lesenswert!


Ich danke der Autorin und dem Verlag für das bereitgestellte Rezensionsexemplar.

1 Kommentar:

  1. Das klingt nach einer wirklich abgedrehten Geschichte. Eigentlich verwunderlich, dass sowas in der Zeit der Internet-Hypes nicht schon längst passiert ist. Die Idee des Buches reizt mich echt. Danke also für den Tipp!

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