Donnerstag, 4. September 2014

Gelesen: "Schuld" von Grit Poppe


-          Broschiert: 336 Seiten
-          Verlag: Dressler (21. Juli 2014)
-          Sprache: Deutsch
-          ISBN-10: 3791516345
-          ISBN-13: 978-3791516349
-          Vom Hersteller empfohlenes Alter: 14 - 17 Jahre



Kurzbeschreibung:
Liebe und Verrat im Schatten der Mauer.
Jana ist fünfzehn, lebt mit ihren linientreuen Eltern in der DDR und ist zum ersten Mal verliebt. In Jakob. Aber ihre Eltern verbieten ihr den Umgang mit Jakob. Sie nennen ihn einen Staatsfeind. Außerdem hat Jakobs Familie einen Ausreiseantrag gestellt. Sieht Jana ihren Freund vielleicht bald nie wieder? Und dann verschwindet Jakob wirklich. Er landet im Gefängnis, weil es in seinem Land gefährlich ist, Kritik am System zu üben. Jana vermisst Jakob so sehr und macht sich schreckliche Vorwürfe. Hätte sie besser auf ihn aufpassen müssen? Wurde Jakob verraten? Und war das vielleicht sogar ihre Schuld?
(Quelle: Dressler)

Meine Meinung:
Als Janas Vater in Berlin eine neue Stelle bekommt zieht sie zusammen mit ihren Eltern vom Land in die Hauptstadt. Doch für Jana ist dies alles andere als leicht. Sie findet in der Schule kaum Anschluss, ist sie doch für alle immer nur das Landei.
Nur einer nimmt Jana in Schutz, Jakob. Das verwundert Jana, hat sie doch eigentlich gar nichts mit ihm zu tun. Außerdem seine Familie will doch eh weg, hat einen Ausreiseantrag gestellt. Janas Eltern ist Jakob ein Dorn im Auge, sind sie doch DDR treue Bürger, die nichts gegen das Regime sagen.
Und doch verbringen Jana und Jakob immer mehr Zeit miteinander, er öffnet ihr mehr und mehr die Augen was wirklich in der DDR passiert. Er übt offen Kritik am Land und bekommt die Auswirkungen zu spüren, landet im Gefängnis deswegen.
Haben Jana und Jakob eine Chance? Wie wird es weitergehen mit den beiden?

Das Jugendbuch „Schuld“ stammt von der Autorin Grit Poppe. Sie hat bereits andere Bücher veröffentlicht, ebenfalls mit dem Thema DDR, für mich war dies das erste Buch von ihr. Aber mit großer Sicherheit war es nicht das letzte.

Jana ist 15 Jahre alt und soweit ein normales junges Mädchen. Sie lebt in der ehemaligen DDR, geht dort zur Schule. In Berlin ist sie neu und tut sich schwer Anschluss zu finden. Ihre Eltern sind treue DDR Bürger, üben keine Kritik an der Regierung, eher im Gegenteil. Ihnen ist alles, was passiert recht so wie es ist. Zu Jakob fühlt sich Jana hingezogen, ihren Eltern ist er eher ein Dorn im Auge.
Jakob ist Janas Klassenkamerad. Er ist ein richtiger Rebell, lehnt sich gegen das DDR-Regime auf wo er nur kann. Jakob will frei sein, reisen und nicht so eingesperrt wie in der DDR. Seine Familie hat bereits einen Ausreiseantrag gestellt. Er übt sogar öffentlich Kritik an der Regierung. Die Folge davon bekommt er hautnah zu spüren, muss sogar ins Gefängnis dafür.

Die anderen im Buch vorkommenden Figuren spielen nur am Rande eine Rolle. Einzig Janas Vater nimmt eine größere Rolle ein. Diese ist gut dargestellt und seine DDR Ergebenheit kommt glaubhaft rüber.

Der Schreibstil der Autorin ist jugendlich und flüssig zu lesen. Es ist alles gut zu verstehen und man kommt gut durch die Seiten.
Geschildert wird das Geschehen abwechselnd aus den Perspektiven von Jana und Jakob. Zwischendrin gibt es kursive Passagen, diese spielen sich in der Gegenwart, dem heute, nach dem Mauerfall, ab und schildern Janas Erlebnisse.
Die Handlung fesselt in dem Sinne, dass man sich alles was damals passiert ist sehr gut vorstellen kann. Es ist interessant zu lesen was auch hinter den Kulissen abging damals. Und gerade ich als DDR Kind, die 7 Jahre in der DDR gelebt hat, war es eine Reise in die Vergangenheit. Zwar kann ich mich nicht mehr an alles erinnern, doch die Zeit, in der das Geschehen spielt, ist mir noch geläufig. Die Geschehnisse sind wirklich gut wiedergegeben, auch wenn es sicherlich kein einfacher Inhalt ist.
Es ist alles nachvollziehbar, besonders auch dadurch, dass es am Ende des Buches ein Glossar gibt, wo die wichtigsten Begriffe erläutert werden.

Das Ende hat mir gefallen. Es ist zwar etwas vorhersehbar aber mich persönlich hat dies nicht gestört. Es rundet das Buch sehr gut ab und lässt den Leser zufrieden zurück.

Fazit:
Alles in Allem ist „Schuld“ von Grit Poppe ein Jugendbuch das die Geschehnisse der DDR sehr gut wiedergibt.
Authentische Charaktere, der jugendliche Stil und eine Handlung, die fesselt aber auch nachdenklich stimmt, haben mich hier vollends überzeugt.
Klar zu empfehlen!


Ich danke dem Verlag für das bereitgestellte Rezensionsexemplar.
 

1 Kommentar:

  1. Hört sich gar nicht so schlecht an, DDR-Themen sind aber so gar nicht meins.

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