Dienstag, 18. November 2014

Gelesen: "Das Haus der verschwundenen Kinder" von Claire Legrand



-          Gebundene Ausgabe: 320 Seiten
-          Verlag: Heyne Verlag (25. August 2014)
-          Sprache: Deutsch
-          ISBN-10: 3453267788
-          ISBN-13: 978-3453267787
-          Vom Hersteller empfohlenes Alter: Ab 12 Jahren
-          Originaltitel: The Cavendish Home for Boys and Girls


Kurzbeschreibung:
Alle Erwachsenen können dir gefährlich werden – und Mrs. Cavendish besonders!
Das Leben in der beschaulichen Kleinstadt Belleville ist genau so, wie die zwölfjährige Victoria es gern hat: übersichtlich, vorhersehbar und aufgeräumt. Und Victoria mit ihrem strengen Zopf, den ordentlichen Kleidern und den hervorragenden Noten passt perfekt nach Belleville. Eine einzige Unregelmäßigkeit erlaubt sie sich: den verträumten und vergesslichen Lawrence, der so ganz das Gegenteil von ihr ist. Lawrence ist ihr bester Freund. Als er plötzlich spurlos verschwindet, ist es allerdings vorbei mit Victorias geordnetem Alltag. Sie würde es nie zugeben, aber sie vermisst ihn furchtbar. Daher stellt sie auf eigene Faust Nachforschungen an. Was Victoria entdeckt, gefällt ihr gar nicht: Unter der glatten Oberfläche von Belleville verbirgt sich ein dunkles Geheimnis. Eines, das offenbar in der Erziehungsanstalt von Mrs. Cavendish seinen Ausgang nimmt. Die rebellischen Kinder, die dorthin geschickt werden, kommen ungewöhnlich still und brav zurück – oder gar nicht mehr. Steckt Mrs. Cavendish hinter Lawrences Verschwinden?
(Quelle: Heyne Verlag)

Meine Meinung:
Victoria ist 12 Jahre alt und lebt in Belleville. Dort ist alles perfekt durchorganisiert und auch in Victorias Leben wird nichts dem Zufall überlassen. Sie ist ein braves Kind und besessen die Beste zu sein.
Ihr bester Freund Lawrence ist gleichzeitig auch ihr einziger Freund. Sie mag ihn, würde das aber nie wirklich zugeben. Bis zu dem Tag an den Lawrence verschwindet. Victoria vermisst ihn und beginnt ihn zu suchen. Dabei entdeckt sie Unstimmigkeiten, die wohl alle irgendwie mit dem Waisenhaus von Mrs. Cavendish zu tun haben …

Das Jugendbuch „Das Haus der verschwundenen Kinder“ stammt von der Autorin Claire Legrand. Es ist das Debütwerk der Autorin und wurde bereits 2012 im Englischen ausgezeichnet.

Die Charaktere haben mir soweit ganz gut gefallen.
Victoria ist 12 Jahre alt und eine echte Perfektionistin. Sie ist mit sich ziemlich streng und ich geb zu ich hatte zu Beginn ein paar Probleme mit ihr. Sie ist anfangs sehr verschlossen, doch im Verlauf wird aus ihr ein richtig mutiges Mädchen, das mir am Ende doch sympathisch geworden war.
Lawrence ist das komplette Gegenteil von Victoria. Er ist nicht perfekt und sieht so manches auch mal eher locker. Trotzdem ist Lawrence auch ziemlich mutig, zeigt aber immer wieder auch seine eher verletzliche Seite, was ihn menschlisch macht.
Mrs. Cavendish ist immer für Überraschungen gut. Sie ist eine wirklich typische Leiterin eines Waisenhauses und ziemlich unangenehm.

Auch die zahlreichen Nebenfiguren in der Schule bzw. der Nachbarschaft sind der Autorin doch auch gut gelungen.

Der Schreibstil der Autorin ist zu Beginn ein wenig ungewohnt. Ich musste mich daran gewöhnen, dann aber ließ sich das Buch gut lesen. Die bildhaften Beschreibungen, welche durch wirklich tolle ganzseitige Illustrationen unterstützt werden, regen das Kopfkino an und lassen alles vorstellbar werden.
Geschildert wird das Geschehen aus Sicht von Victoria, wofür Claire Legrand die personale Erzählperspektive verwendet hat.
Die Handlung an sich ist fantastisch und fesselt. Es ist quasi wie ein Märchen, es gibt aber auch lehrreiche Passagen. Es geht spannend zu und ein wenig Grusel ist auch vorhanden. Die geheimnisvolle teil mysteriöse Atmosphäre hat mir gut gefallen.

Bis zum Ende bleibt es spannend und nach dem Epilog, der allerdings in meinen Augen ein wenig zu kurz gehalten wurde, kann man das Buch doch zufrieden zuklappen.

Fazit:
Zusammengefasst gesagt ist „Das Haus der verschwundenen Kinder“ von Claire Legrand ein doch schaurig schönes Debüt.
Die etwas eigensinnige Protagonistin, der, nach einer kurzen Gewöhnungsphase, doch gut lesbare Stil der Autorin und eine Handlung, die spannend, gruselig aber auch märchenhaft ist, haben mich hier gut unterhalten.
Durchaus lesenswert!


Ich danke dem Verlag für das bereitgestellte Leseexemplar.

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