Mittwoch, 15. April 2015

Gelesen: "Das Mädchen, das rückwärts ging" von Kate Hamer



-          Broschiert: 416 Seiten 
-          Verlag: Arche (1. April 2015) 
-          Sprache: Deutsch 
-          ISBN-10: 3716027243  
-          ISBN-13: 978-3716027240 




Im englischen Norfolk verschwindet ein Mädchen. Bei dichtem Nebel scheint die achtjährige Carmel wie vom Erdboden verschluckt. Es gibt keine Hinweise, niemand hat sie gesehen, die Polizei tappt im Dunkeln. Carmels Mutter Beth, seit kurzem wieder
Single, gibt sich voller Verzweiflung selbst die Schuld: Hat sie Signale übersehen, nicht genug achtgegeben auf ihr einziges Kind?
Carmel ist ein besonderes Mädchen: Sensibel und reifer als andere in ihrem Alter, verhält sie sich oft rätselhaft, wirkt abwesend, verträumt. Zwischen Hoffnung und Ohnmacht sucht Carmels Mutter schließlich selbst nach ihr. Schritt für Schritt geht sie zurück
in der gemeinsamen Zeit, denn jede Kleinigkeit zählt. Für Carmel beginnt währenddessen eine lange und ungewöhnliche Reise.
Spannend bis zur letzten Zeile erzählen Beth und Carmel im Wechsel diese zutiefst bewegende Geschichte über eine Mutter und ihr verloren gegangenes Kind.
(Quelle: Arche Verlag)

Die 8-jährige Carmel fühlt sich eingeengt von ihrer Mutter Beth. Bei einem Literaturfest versteckt sie sich daher einfach unter dem Tisch, um Ruhe zu haben und mal für sich zu sein. Als sie wieder rauskommt sind aber bereits alle weg, Carmel ist alleine. Jedoch nicht ganz alleine, denn da ist ein älterer Mann, der zu ihr kommt und ihr erzählt er wäre ihr Großvater. Carmel müsse mit ihm gehen und bei ihm und seiner Frau wohnen, denn ihre Mutter hatte einen schweren Unfall.
So verschwindet die kleine Carmel. Doch kann man Mutter und Tochter wirklich einfach so trennen?

Der Roman „Das Mädchen, das rückwärts ging“ stammt von der Autorin Kate Hamel. Es ist das Debütwerk der Autorin, in dem sie ein ziemlich schwieriges, bewegendes Thema anspricht.

Die Charaktere sind wirklich authentisch und glaubhaft dargestellt.
Carmel ist 8 Jahre alt und ziemlich intelligent. Sie wird als sehr sensibel und aufgeweckt beschrieben. Allerdings engt sie ihre Mutter doch sehr ein und Carmel möchte gerne etwas selbstständiger auftreten, mehr für sich sein.
Die Mutter Beth ist alleinerziehend und hat eine sehr enge Bindung zu ihrem Kind. Sie möchte am liebsten immer bei Carmel sein, merkt dabei aber nicht unbedingt was ihr Kind wirklich will. Einerseits konnte ich sie verstehen aber andererseits auch nicht. Man muss schon einen gesunden Mittelweg finden.

Der Schreibstil der Autorin hat mich von der ersten Seite an gepackt. Sie hat es geschafft, dass ich mich in der Geschichte wiedergefunden habe. Kate Hamer schreibt flüssig und sehr emotional.
Geschildert wird das Geschehen abwechselnd aus den Perspektiven von Carmel und Beth. So lernt an Leser beide Seiten kennen, erlebt einerseits wie Carmel verschwindet aber man erfährt auch wie Beth leidet, was ihr während der Zeit durch den Kopf geht.
Die Handlung gleicht einer Achterbahnfahrt der Gefühle. Man erlebt als Leser Wut, Traurigkeit aber auch Freude hautnah mit. Die Gefühlswelt sowohl von Carmel als auch von Beth kommt authentisch und absolut glaubhaft rüber. Man hofft mit Beth mit, leidet mit ihr. Das Geschehen hat mich sehr bewegt. Es ist aber gleichzeitig auch spannend gehalten.

Das Ende war mir persönlich doch etwas zu ruhig, zu abgehackt. Ich hätte mir ein wenig mehr, ein wenig mehr Ausführlichkeit gewünscht. Dennoch aber hat es mir sehr gefallen, mich aber auch nachdenklich zurückgelassen.

Kurz gesagt ist „Das Mädchen, das rückwärts ging“ von Kate Hamer ein ungewöhnlicher sehr realistischer Roman über ein doch schwieriges Thema.
Interessante Charaktere, ein emotionaler Stil der Autorin und eine bewegende und zum Nachdenken anregende Handlung haben mich hier gefesselt und auch nach dem Lesen nicht losgelassen.
Wirklich zu empfehlen!


Ich danke dem Verlag für das bereitgestellte Exemplar!

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