Mittwoch, 8. April 2015

Gelesen: "Insel der blauen Gletscher" von Christine Kabus



-          Taschenbuch: 624 Seiten 
-          Verlag: Bastei Lübbe (Bastei Lübbe Taschenbuch) (15. Januar 2015) 
-          Sprache: Deutsch 
-          ISBN-10: 3404171543  
-          ISBN-13: 978-3404171545 



Zwei Frauen, eine atemberaubende Landschaft und ein dunkles Geheimnis, das hundert Jahre unter dem Eis verborgen lag ...
Spitzbergen, 2013. Um für eine Reisereportage zu recherchieren, begibt sich die Journalistin Hanna auf den einsamen Archipel jenseits des Polarkreises. Dort lernt sie den Polarforscher Kåre Nybol kennen, dessen humorvolle Art ihr sogleich sympathisch ist. Gemeinsam erkunden sie die einzigartige Landschaft Spitzbergens – und kommen sich dabei allmählich näher. Doch als sie eine längst verlassene Bergbausiedlung am Kongsfjord besichtigen, macht Hanna im geschmolzenen Gletschereis einen grausigen Fund, hinter dem sie eine spannende Story wittert. Gemeinsam mit Kåre taucht sie tief in die Vergangenheit des entlegenen Archipels ein …
Ruhrgebiet, 1907. Statt dem Wunsch ihrer Eltern zu folgen und sich einen Ehemann zu suchen, schließt die burschikose Emilie einen Pakt mit ihrem jüngeren Bruder Max: Sie wird an seiner Stelle an der geplanten Arktisexpedition teilnehmen. Als Mann verkleidet schließt sie sich der Expeditionsgruppe an. Doch schon bald ahnt sie, dass sie nicht die einzige ist, die etwas zu verbergen hat. Ganz offensichtlich nehmen die Männer aus ganz unterschiedlichen Motiven an der Reise teil – und mindestens einer von ihnen hütet ein dunkles Geheimnis, dessen Aufdeckung er um jeden Preis zu verhindern sucht …
(Quelle: Bastei Lübbe)

Hanna lebt im Jahr 2013. Ihre Ehe ist gescheitet und auch sonst gibt es kaum etwas, für das sie sich als Hausfrau begeistern kann. Da erhält sie das Angebot zu einer Reportage über Spitzbergen. Hanna ist Feuer und Flamme und macht sich auf nach Norwegen. Dort lernt sie den Norweger Kåre kenne, der ihr nicht nur Land und Leute näherbringt, auch die beiden kommen sich allmählich näher…
1907 lebt die junge Emilie. Sie fühlt sich allerdings nicht sonderlich wohl in der gesellschaftlichen Ordnung, kann sich mit der Rolle der Frau nicht wirklich anfreunden. Sie liebt ihre Freiheit, muss sich aber immer wieder unterwerfen um nicht aus der Rolle zu fallen. Mit Hilfe ihres Bruders schafft es Emilie an einer Polarexpedition teilzunehmen, als Mann. Hierbei lernt sie auch Arne kennen, der es ihr angetan hat …

Der Roman „Insel der blauen Gletscher“ stammt aus der Feder der Autorin Christine Kabus. Es ist ein weiterer Roman über Norwegen, für mich war dies bereits mein zweiter von ihr.

Hanna ist eine tolle Frau. Sie ist Hausfrau und Mutter, sie organisiert alles. Allerdings hat sie hierbei sich selbst komplett vergessen, ist immer nur für andere da. Dies ändert sich als ihr Mann sie verlässt. Hanna besinnt sich und nimmt einen Job an, der sie auf eine Reise nach Norwegen, Spitzbergen, führt. Hier lernt sie wieder auf sich selbst zu achten, sich selbst zu beachten. Sie verändert sich, lebt merklich auf. In Spitzbergen lernt Hanna Kåre kennen, der ihr die Landschaft zeigt und ihr Herz höher schlagen lässt.
Kåre ist Polarforscher. Er ist ein sensibler Mann, charmant und gutaussehend. Kåre ist gefühlvoll und geht sehr liebevoll mit Hanna um.
Emilie ist eine junge Frau, die sich in ihrer gesellschaftlichen Situation rein gar nicht wohlfühlt. Sie fühlt sich in die Enge getrieben, dabei liebt Emilie doch die Freiheit. Sie ist jugendlich ungestüm und war mir wirklich sehr sympathisch. Als sich ihr die Chance bietet verkleidet sich Emilie als Mann und stürzt sich ins Abenteuer, auf zu einer Polarexpedition, und geht an ihre Grenzen. Das hier allerdings ein Mann auftaucht, der es ihr angetan hat, Arne, damit rechnet Emilie nicht.

Der Schreibstil der Autorin ist flüssig und lässt sich wirklich sehr gut lesen. Christine Kabus beschreibt die Szenen sehr bildhaft, ich konnte mir alles wunderbar vorstellen, das Kopfkino lief auf Hochtouren. Sie reißt einen förmlich mit, lässt den Leser teilhaben an den Gefühlen ihrer Figuren.
Geschildert wird das Geschehen hier auf zwei Zeitebene. Zuerst scheint es so als ob die Ebenen nichts miteinander zu tun hätte, sie laufen nebeneinander. Nach und nach aber vermischen sie sich, die beiden Frauen sind sich ähnlicher als man erst denkt und ihr Ziel ist das Gleiche, es liegen nur 106 Jahren dazwischen.
Die Handlung hat mich umgehauen. Ich war gefesselt, vollkommen gefangen im Geschehen. Der Spannungsaufbau erfolgt zwar recht langsam aber es wird nie langweilig. Besonders der  Strang der Vergangenheit ist ereignisreich und dramatisch gehalten. Aber auch die Gegenwart bietet einiges an Überraschungen. Nichts ist vorhersehbar, es gibt Wendungen die mich haben mitfiebern lassen. Man merkt als Leser wie gerne Christine Kabus Norwegen mag, sie hat wunderbar recherchiert und alles ist nachvollziehbar dargestellt.

Das Ende hat mich sehr überrascht. Es ist aber so wie es ist sehr gut, passt einfach, hat Hand und Fuß. Ich habe den Roman letztlich zufrieden aber mit ziemlichem Fernweh zur Seite gelegt.

Letztlich gesagt ist „Insel der blauen Gletscher“ von Christine Kabus ein sehr gelungener Roman vor einer wundervollen Kulisse.
Großartige Charaktere, ein mitreißender flüssig lesbarer Stil und eine Handlung, die gut recherchiert ist und dem Leser überaus spannende Lesestunden beschert haben mich hier auf ganzer Linie überzeugt.
Sehr zu empfehlen!


Ich bedanke mich beim Verlag für das zugesandte Exemplar!

1 Kommentar:

  1. Hallo Manja,

    um das Buch schleiche ich schon einige Zeit herum, jetzt kommt es definitiv auf die WL. Gerade das mit der Arktisexpedition interessiert mich sehr.

    Liebe Grüße,
    Nicole

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