Mittwoch, 1. April 2015

Gelesen: "Was fehlt, wenn ich verschwunden bin" von Lilly Lindner



-          Taschenbuch: 400 Seiten  
-          Verlag: FISCHER Kinder- und Jugendtaschenbuch (19. Februar 2015) 
-          Sprache: Deutsch 
-          ISBN-10: 3733500938  
-          ISBN-13: 978-3733500931  



April ist fort. Seit Wochen kämpft sie in einer Klinik gegen ihre Magersucht an. Und seit Wochen antwortet sie nicht auf die Briefe, die ihre Schwester Phoebe ihr schreibt. Wann wird April endlich wieder nach Hause kommen? Warum antwortet sie ihr nicht? Phoebe hat tausend Fragen. Doch ihre Eltern schweigen hilflos und geben Phoebe keine Möglichkeit, zu begreifen, was ihrer Schwester fehlt. Aber sie versteht, wie unendlich traurig April ist. Und so schreibt sie ihr Briefe. Wort für Wort in die Stille hinein, die April hinterlassen hat.
(Quelle: FISCHER Kinder- und Jugendtaschenbuch)

April hat Magersucht. Seit Wochen ist sie in einer Klinik. Und sie antwortet nicht auf die Briefe, die Phoebe, ihre Schwester, ihr schreibt. Diese hat tausende Fragen, doch die Eltern sind ihr keine Hilfe.
Sie geben ihr keinen Halt, keine Möglichkeit zu verstehen was mit April los ist, sie schweigen sich aus. Doch Phoebe versteht April irgendwie und die Briefe helfen ihr dabei …

Der Roman „Was fehlt, wenn ich verschwunden bin“ stammt von der Autorin Lilly Lindner. Es ist eine mir unbekannte Autorin, die hier ihr erstes Jugendbuch veröffentlicht hat.

Phoebe ist 9 Jahre alt. Sie wirkt so unglaublich weise, teilweise sogar richtig altklug. Ihre Briefe richten sich an ihre Schwester April, die in einer Klinik für Magersucht ist. Mit ihnen versucht Phoebe April an ihrem Leben teilhaben zu lassen, erzählt ihr vom Alltag. Phoebe ist hilflos, versucht zu verstehen was mit April los ist.
Das Verhältnis der Schwestern ist sehr innig, sie sind sehr miteinander verbunden.
April ist 16 und hat Magersucht. Was sie dazu veranlasst hat erfährt man als Leser im Verlauf des Buches genauer.
Die Eltern der Mädchen empfand ich als richtig schockierend. Sie wirken kühl, sind hilflos und reden nicht mit Phoebe. Sie wissen nicht mit der Situation umzugehen, lassen eine 9-jährige vollkommen alleine.

Der Schreibstil der Autorin ist emotional und sehr gefühlvoll. Sie schreibt einerseits in langen Sätzen, manchmal aber sind es auch nur wenige Wörter um etwas auszudrücken. Sie weiß den Leser in ihren Bann zu ziehen. Das Buch ist in Briefform geschrieben.
Die Handlung, wenn man denn hier von Handlung sprechen kann, ist aufwühlend und berührt den Leser emotional. Es gibt zwei Hälften. Die erste Hälfte sind Phoebes Briefe. Hier kommen besonders ihre Gefühle zu tragen, man lernt als Leser was sie alles bewegt, was sie ihrer Schwester alles erzählen möchte. Und vor allem erfährt man wie sehr Phoebe April vermisst.
Hälfte zwei zeigt Aprils Gefühlswelt gut auf. Wie beschreibt hier wie es in der Klinik zugeht, wie es ihr überhaupt ergeht. Das fand ich gut, denn so wird auch auf das Thema Magersucht sehr gut eingegangen.
Weitere Themen wie der Schmerz und die Traurigkeit sind ebenso ins Geschehen integriert.
Das Buch ist sehr tiefgründig und ich würde auch sagen es ist nicht unbedingt leichte Kost, nichts unbedingt was man zwischendurch lesen sollte.

Kurz gesagt ist „Was fehlt, wenn ich verschwunden bin“ von Lilly Lindner ein sehr bewegendes und emotionales Buch über kein leichtes Thema.
Authentisch Personen, ein tiefgründiger berührender Stil der Autorin und eine Handlung, die nicht unbedingt leichte Kost ist und den Leser unweigerlich in seinen Bann zieht, ihn zum nachdenken anregt, haben mich hier vollends mitgenommen und auch nach dem Zuklappen des Buches blieb mir dieses noch lange im Gedächtnis.
Sehr zu empfehlen!


Ich danke vorablesen und dem Verlag für das Buch!

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