Sonntag, 5. April 2015

Gelesen: "Zoom: Alles entwickelt sich" von Lena Hach



-          Taschenbuch: 247 Seiten 
-          Verlag: Beltz & Gelberg (2. März 2015) 
-          Sprache: Deutsch 
-          ISBN-10: 3407811853 
-          ISBN-13: 978-3407811851  
-          Vom Hersteller empfohlenes Alter: 12 - 15 Jahre 



Till fotografiert. Paula schreibt. Eine ideale Kombination. Eigentlich. Doch die Liebe ist manchmal ganz schön kompliziert ...
Till hat die Kamera seines Vaters, eine alte Leica M4, überall dabei. Aber die Fotos will Till erst entwickeln, wenn sich sein verschwundener Vater bei ihm meldet. Als Paula, die Chefredakteurin der Schülerzeitung, Till bittet, auf der Klassenfahrt Bilder zu machen, gerät er in ein Dilemma: Er findet Paula toll. Ach was – er ist total in sie verknallt! Aber was ist mit seinem Vorsatz? Kann Till Paula die Wahrheit über seinen Vater sagen?
(Quelle: Beltz & Gelberg)

Till fotografiert für sein Leben gerne. Von anderen wird der Junge, den man eigentlich nie ohne Kamera seiht, aber meist nur müde belächelt. Was sie nicht wissen, die Kamera hat Till gefunden als ihn sein Vater mal wieder an einem Geburtstag versetzt hat. Seitdem geht er nicht mehr ohne Kamera außer Haus, will alles festhalten, solange bis sein Vater wiederkommt.
Paula nimmt Till eigentlich nicht wahr. Sie geht zwar auch in die 10. Klasse wie er aber mehr haben sie nicht gemeinsam. Bis die Schülerzeitung, wo Paula mitwirkt, einen Wettbewerb gewinnen muss. Hierfür werden gute Fotos benötigt und Till scheint wie geschaffen zu sein.
Lässt er sich darauf ein? Haben die Gefühle, die Till für Paula entwickelt eine Chance?

Der Jugendroman „Zoom: Alles entwickelt sich“ stammt von der Autorin Lena Hach. Es ist ihr zweites Jugendbuch, für mich war dies aber der erste Roman der Autorin.

Die beiden Protagonisten haben mir eigentlich ganz gut gefallen.
Till geht in die 10. Klasse und ist sehr zurückhaltend und schüchtern. Er wird von allen eher nur belächelt, denn er hat immer seine Kamera dabei. Eine Freundin hatte Till bisher noch nicht, könnte es sich aber durchaus vorstellen. Er kennt Paula, hat aber eigentlich nichts mit ihr am Hut. Und das obwohl sie ihm doch sehr gut gefällt.
Paula dreht eine Ehrenrunde in der 10. Klasse. Sie ist eine Macherin, weiß ziemlich genau was sie will und wie sie daran kommt. Sie hat einen Freund, Marvin. Er ist Musiker aber Paula ist in der Beziehung überhaupt nicht glücklich. Auf Till geht Paula im Verlauf der Handlung immer mehr zu.
Marvin ist Musiker und Paulas aktueller Freund. Ihn mochte ich eigentlich so rein gar nicht.

Der Schreibstil der Autorin ist locker, leicht und zudem recht humorvoll.
Geschildert wird das Geschehen aus Sicht einer 3. Person, quasi von außen mit Blick aufs Geschehen. So lernt man die Personen von oben herab kennen, bekommt einen Blick hinter die Fassaden. Die Beweggründe von Till und Paula werden so auch gut klar und verständlich.
Die Handlung ist typisch für das Jugendbuchgenre. Es beinhaltet eine süße Liebesgeschichte, die mir wirklich gut gefallen hat. Sie wirkt nicht kitschig oder übereilt, es geht Schritt für Schritt voran. Es geht recht lebendig zu, gibt aber auch dramatische Szenen, die traurig stimmen.
Lena Hach stellt nicht nur die Beziehung von Paula und Till in den Mittelpunkt, es geht auch um Tills Suche nach seinem Vater.
Allerdings gibt es auch negative Dinge, die ich anmerken muss. Es werden sehr viele Kraftausdrücke verwendet, so dass man genau schauen sollte in welchem Alter der Leser ist. Für 12-jährige empfand ich es teilweise schon zu extrem. Außerdem dauert es doch ziemlich lange bis wirklich Fahrt aufkommt. Das Potential wurde hier nicht komplett genutzt, denn mehr Tempo hätte hier doch gut getan.

Das Ende hat mich auch recht enttäuscht. Es wirkt auf mich merkwürdig, es ist nicht eindeutig klar ob es wirklich gut oder wirklich schlecht ist. Zudem gibt es doch zu viele offene Fragen, die mich grübelnd zurückgelassen haben. Ich hatte mir doch etwas anderes erwartet.

Zusammenfassend gesagt ist „Zoom: Alles entwickelt sich“ von Lena Hach ein doch recht guter Jugendroman.
Die gut ausgearbeiteten Charaktere, der locker leicht lesbare Stil der Autorin und eine Handlung, die eine süße Liebesgeschichte beinhaltet, aber eben auch viele Kraftausdrücke und die doch sehr lange braucht um in Fahrt zu kommen, lassen mich zwiegespalten zurückgelassen. Hier wurde Potential verschenkt.
Schade!


Ich bedanke mich beim Beltz & Gelberg Verlag und Blogg dein Buch für das zugesandte Exemplar!


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