Freitag, 22. Mai 2015

Gelesen: "Nacht ohne Namen" von Jenny-Mai Nuyen



-          Gebundene Ausgabe: 448 Seiten 
-          Verlag: Deutscher Taschenbuch Verlag (1. März 2015) 
-          Sprache: Deutsch 
-          ISBN-10: 3423761091 
-          ISBN-13: 978-3423761093 
-          Vom Hersteller empfohlenes Alter: 14 - 16 Jahre



Eine magische Liebe in Berlin
Manche Menschen sind füreinander bestimmt. So wie Nicki und Canon. Sie haben ihre eigene Welt. U-Bahnfahren in der morgengrauen Großstadt. Verstehen sich fast ohne Worte. Und doch wissen sie nicht viel voneinander. Ihre wahren Namen zum Beispiel kennen sie nicht. Und als Canon verschwindet, kommt Nicki einem noch viel größeren Geheimnis in seinem Leben auf die Spur. Denn sie teilt Canon mit einem Dämon - einem Dämon, der in üblen Schwierigkeiten steckt...
(Quelle: dtv)

Canon ist verschwunden und Nicki ist außer sich vor Sorge um ihn. Sie beginnt ihn zu suchen und findet plötzlich viel Blut. Da sie nicht genau weiß woher es stammt folgt sie den Hinweisen in Canons Wohnung. So aber begibt sie sich in große Gefahr. Sie trifft auf Tallis, er ist ihr Retter in größter Not. Und plötzlich ist Nicki Teil einer ihr vollkommen unbekannten Welt. Die Grenzen zwischen den Welten verschwimmen miteinander.
Doch wie weit wird Nicki gehen? Wird sie alles riskieren?

Der Jugendroman „Nacht ohne Namen“ stammt von der Autorin Jenny-Mai Nuyen. Für mich war dies der erste Roman der Autorin und ich war neugierig darauf. Das Cover und der Klappentext jedenfalls haben mich sehr angesprochen.

Nicki ist eine soweit sympathische Protagonistin. Eigentlich heißt sie Estella und zu Beginn wirkte sie etwas einsam und verloren. Den Verlust ihres Vaters hat Nicki eigentlich nie ganz verwunden. Mit der Zeit wird Nicki aber stärker und beginnt über sich hinauszuwachsen. Diese Entwicklung gefiel mir richtig gut.
Canon ist ein ziemlich ruhiger Charakter. Zu Beginn wirkt er geheimnisvoll und erst nach und nach findet man als Leser etwas über ihn heraus. Er und Nicki passen wirklich gut zusammen.

Auch die Nebencharaktere haben mir recht gut gefallen. Hier sind mir besonders die Dämonen aufgefallen. Sie sind alle wirklich unterschiedlich und gut gestaltet.

Der Schreibstil der Autorin war für mich doch gewöhnungsbedürftig. Ich brauchte meine Zeit um wirklich im Buch anzukommen. Der direkte Einstieg ganz ohne jegliches Vorwissen hat es für mich noch schwieriger gemacht. Nach einiger Zeit ging es dann ganz gut und ich kann flüssig durch die Seiten.
Die Handlung selbst bot mir nicht ganz die Spannung, die ich erwartet habe. Von der Grundidee, das Menschen und Dämonen sich einen Körper teilen, hat es mir sehr gut gefallen. Allerdings ließ die Umsetzung doch etwas zu wünschen übrig. Es wirkte an einigen Stellen doch eher zäh und langatmig. Hier wäre vielleicht doch weniger mehr gewesen.
Zum Ende hin wird es dann doch noch interessanter und auch spannender und das letzte Drittel konnte mich doch für sich einnehmen.

Das Ende ist soweit abgeschlossen. Allerdings hat sich Jenny-Mai Nuyen eine Hintertür offen gelassen was eine mögliche Fortsetzung angeht.

Zusammenfassend gesagt ist „Nacht ohne Namen“ von Jenny-Mai Nuyen ein gutes Buch mit aber eindeutigen Schwächen.
Sympathische Charaktere stehen hier einem gewöhnungsbedürftigen Stil und einer Handlung, die zwar eine tolle Grundidee hat aber Längen aufweist, gegenüber. Das vorhandene Potential wurde hier leider nicht ausreichend genutzt.
Schade!


Ich bedanke mich beim Verlag für das bereitgestellte Leseexemplar!

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