Sonntag, 19. Juli 2015

Gelesen: "Das Jahr des Rehs" von Stephanie Jana & Ursula Kollritsch



-          Taschenbuch: 272 Seiten   
-          Verlag: List Taschenbuch (8. Juni 2015) 
-          Sprache: Deutsch 
-          ISBN-10: 3548612865  
-          ISBN-13: 978-3548612867




Nach siebzehn Jahren Funkstille schreibt Bella Becker ihre erste E-Mail an Sabine Born. Früher unzertrennlich, hatten sich die Freundinnen aus den Augen verloren. Bine fühlt sich ihrer alten Freundin sofort verbunden, auch wenn die beiden Frauen unterschiedlicher kaum sein könnten: Journalistin Bella wohnt mit ihrem Sohn und ihrem notorisch abwesenden Lebensgefährten in Berlin. Bine ist Architektin und mit Mann und Kindern im hessischen Heimatort hängengeblieben. Das Einzige, was aus ihrer Vorstadt-Normalität hervorragt, ist ein überdimensionales Lichter-Reh im Garten. Zwischen Bella und Bine entspinnt sich ein reger E-Mail-Verkehr, über ein Jahr hinweg, durch kleine und große Krisen, sonnige Tage und durchtanzte Nächte. Mail für Mail, die mal poetisch und nachdenklich, mal herzerfrischend komisch sind, finden die beiden Freundinnen wieder zueinander.
(Quelle: List Taschenbuch)

Einst waren Bella und Sabine die besten Freundinnen. Sie haben sich alles anvertraut und die Chemie stimmte einfach zwischen ihnen. Dann aber schlief die Freundschaft ein und jede ging ihren eigenen Weg.
Nach nun schon 17 Jahren schreibt Bella die erste E-Mail an Bine und sofort ist die alte Vertrautheit wieder zurück. Die Freundschaft der beiden Frauen lebt wieder auf und ihr Kontakt wird wieder regelmäßig. Und trotz ihrer unterschiedlichen Leben haben sie noch immer viele Gemeinsamkeiten.
Doch bleibt der Kontakt dieses Mal bestehen oder verlieren sie sich wieder aus den Augen?

Der Roman „Das Jahr des Rehs“ stammt von den beiden Autorinnen Stephanie Jana und Ursula Kollritsch. Es ist das Debütwerk der Autorinnen und ich war sehr neugierig auf die darin enthaltene Geschichte.

Die beiden Protagonistinnen Bella und Sabine, Bine genannt, haben mir gut gefallen. Sie sind beide charismatisch und sympathisch. Jede hat ihre ganz eigene Art und Weise und so sind sie doch auch sehr unterschiedlich.
Bella wohnt in Berlin. Dort lebt sie gemeinsam mit ihrem Lebensgefährten und ihrem Sohn. Sie ist ziemlich ruhelos, geht sehr gerne auf Reisen.
Sabine, Bine genannt. Ist im hessischen Engbach geblieben. Sie ist Architektin und hat einen Mann und Kinder. In ihrem Garten steht ein überdimensionales Reh, was sie zum Stadtgespräch macht.
Die Zahl der Charaktere ist hier sehr überschaubar, so dass den Autorinnen auch viel Raum bleibt sie gut vorzustellen.

Der Schreibstil der Autorinnen ist gut zu lesen. Sie schreiben flüssig, ja richtig poetisch und zum Teil schon schonungslos ehrlich. So wirkt alles glaubhaft und auch nachvollziehbar authentisch.
Die Handlung wird hier anhand eines E-Mail Verkehrs geschildert. Sie wirkt so aus dem Leben gegriffen und man findet sich als Leser schon auch in den Figuren wieder. Die Gedanken und Gefühle der Protagonisten sind sehr gut herausgearbeitet und als Leser kann man sie verstehen.
Doch auch wenn mir die Handlung soweit sehr gut gefallen hat, irgendwie fehlte mir der letzte Funke, das I-Tüpfelchen, dieser Wow-Effekt, der den Roman zu etwas besonderen macht. Vielleicht liegt es daran das es eben alles so alltäglich ist, so normal, ich weiß es nicht ganz genau. Ein wenig fehlte mir aber auch schon die Abwechslung im Geschehen.

Kurz gesagt ist „Das Jahr des Rehs“ von Stephanie Jana und Ursula Kollritsch ein sehr gutes Debüt der beiden Autorinnen.
Die gut beschriebenen Charaktere, der teils poetische Stil und eine Handlung, die aus dem Leben gegriffen scheint und in der sich der Leser wiederfinden kann haben mir hier kurzweilige unterhaltsame Lesestunden beschert.
Durchaus lesenswert!


Mein dank geht an den Verlag für das bereitgestellte Leseexemplar!

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