Sonntag, 5. Juli 2015

Gelesen: "Die Anatomie der Nacht" von Jenn Bennett



-          Gebundene Ausgabe: 352 Seiten 
-          Verlag: Carlsen (24. April 2015) 
-          Sprache: Deutsch 
-          ISBN-10: 3551560110 
-          ISBN-13: 978-3551560117 
-          Vom Hersteller empfohlenes Alter: Ab 14 Jahren 
-          Originaltitel: Night Owls



 
Vielleicht lernt man solche Jungen ja nur zu später Stunde kennen. Im Nachtbus, wenn man die letzte Bahn verpasst hat und nur hoffen kann, dass Mom auch noch nicht zu Hause ist. Wenn ganz andere Leute unterwegs sind als sonst. Zum Beispiel dieser Typ mit den schwarzen Klamotten, der aussieht, als wolle er den nächsten Schnapsladen ausrauben. Doch Bex stellt fest: Jack ist kein Kioskräuber. Er ist der Graffitikünstler, der seit Wochen San Franciscos Bauwerke mit riesigen goldenen Buchstaben verziert. Aber das hält nicht jeder für Kunst; genauso wie nicht jeder Bex‘ anatomische Studien schön findet.
Bei Tag und bei Nacht, auf den Dächern der Stadt und in den Tunneln der U-Bahn wächst ihr Vertrauen zueinander. Und zwischen ihnen erblüht die Liebe.
(Quelle: Carlsen)

Bex mag Anatomie sehr gerne. Ihre Leidenschaft ist das Zeichnen von menschlichen Körpern. Allerdings macht genau diese Vorliebe sie zu einer Außenseiterin.
Eines Nachts trifft sie auf Jack und er gibt ihr das erste Mal in ihrem Leben das Gefühl sie sei etwas Besonderes. Doch Jack ist nicht ganz einfach, er ist ein Sprayer und wird in San Francisco von der Polizei gesucht. Somit ist eigentlich sogar richtig schlecht für Bex. Doch diese lässt sich davon nicht abschrecken, die Anziehung, die er auf sie ausübt ist viel zu groß als das Bex diese ignorieren könnte.
Doch kann das wirklich gut gehen?

Der Jugendroman „Die Anatomie der Nacht „ stammt aus der Feder der Autorin Jenn Bennett. Es ist das erste real angehauchte Jugendbuch der Autorin, die bereits Fantasybücher veröffentlicht hat. Für mich allerdings war dies die erste Geschichte der Autorin.

Bex mochte ich eigentlich ganz gerne. Sie weiß ziemlich genau was sie will und wie sie sich ihre Zukunft vorstellt. Bisher hatte sie ein recht schwieriges Leben und sie ist doch auch sehr sarkastisch. In der Schule ist Bex, aufgrund ihrer Vorliebe für Anatomie, eher eine Außenseiterin. Sie kann sehr gut zeichnen, am liebsten zeichnet sie den menschlichen Körper.
Jack ist eher der sanfte und liebevolle Typ. Er hat das Herz am richtigen Fleck und ist hilfsbereit. Er ist muskulös gebaut und hat einige Tattoos.

Die Nebenfiguren wurden an sich recht gut gestaltet. Man kann sie sich vorstellen und sie wirken glaubhaft. Allerdings manche ihrer Handlungen blieben für mich dann doch unverständlich.

Der Schreibstil der Autorin ist flüssig lesbar. Sie schreibt dem Genre entsprechend leicht und locker. Nur ab und an wirkt es etwas kitschig und ein wenig überzogen.
Geschildert wird das Geschehen während des gesamten Romans aus Sicht von Bex. Hierfür hat Jenn Bennett die Ich-Perspektive verwendet. So ist man immer an Bex dran und lernt sie wirklich gut kennen.
Die Handlung an sich ist interessant gehalten. Der Fokus liegt hier vollkommen auf Bex und Jack, der Schulalltag beispielsweise bleibt hier komplett außen vor, da sich die Geschichte in den Ferien ab spielt.
Der Einstieg gelingt eigentlich mühelos, die Protagonisten lernen sich auch recht schnell kennen. Danach allerdings zieht es sich doch recht hin. Nach etwa 120 Seiten allerdings konnte mich Jenn Bennett absolut fesseln. Sie schreibt nun nicht nur über die, in meinen Augen ziemlich übereilte Liebesgeschichte zwischen Bex und Jack, sondern auch über ihr familiäres Umfeld und deren Probleme. Es wirkt ab hier wirklich authentisch und glaubhaft. Jenn Bennett geht hierbei gefühlvoll vor und lässt den Leser teilhaben am Leben von Bex und Jack. Auch Jacks Probleme, wie er beispielsweise zum Sprayen kam, werden aufgeführt.

Das Ende konnte mich nicht zu 100 Prozent überzeugen. Es wirkt zu leicht gelöst, die Probleme lösen sich teilweise wie von selbst in Luft auf. Hier hätte mir ein anderer authentischerer Schluss mehr gefallen.

Alles in Allem ist „Die Anatomie der Nacht“ von Jenn Bennett ein sehr guter Jugendroman, der jedoch kleine Schwächen aufweist.
Authentische Charaktere, ein flüssig und leicht lesbarer Stil der Autorin und eine Handlung, die aus dem Leben gegriffen scheint haben mir hier unterhaltsame Lesestunden beschert.
Durchaus lesenswert!


Ich bedanke mich beim Verlag für das zugesandte Rezensionsexemplar!

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