Donnerstag, 20. August 2015

Gelesen: "Das Juwel - Die Gabe" von Amy Ewing



-          Gebundene Ausgabe: 448 Seiten 
-          Verlag: FISCHER FJB (20. August 2015) 
-          Sprache: Deutsch 
-          ISBN-10: 3841421040 
-          ISBN-13: 978-3841421043 
-          Vom Hersteller empfohlenes Alter: Ab 14 Jahren 
-          Originaltitel: The Jewel



Violet lebt in Armut, aber sie hat
eine besondere Gabe.
Eine Gabe, die ihre Chance und ihr Fluch zugleich ist …

Violet Lasting ist etwas Besonderes. Sie kann durch bloße Vorstellungskraft Dinge verändern und wachsen lassen. Deshalb wird sie auserwählt, ein Leben im Juwel zu führen. Sie entkommt bitterer Armut und wird auf einer großen Auktion an die Herzogin vom See verkauft, um bei ihr zu wohnen. Eine faszinierende, prunkvolle Welt erwartet sie. Doch das neue Leben fordert ein großes Opfer von ihr: gegen ihren Willen und unter Einsatz all ihrer Kraft soll sie der Herzogin ein Kind schenken.
Wie soll Violet in dieser Welt voller Gefahren und Palastintrigen bestehen?
Als sie sich verliebt, setzt sie nicht nur ihre eigene Freiheit aufs Spiel.
(Quelle: FISCHER FJB)


Violets Zuhause ist eine Art Heim. Hier wird sie, gemeinsam mit noch anderen Mädchen auf ihr neues Leben vorbereitet. In eben diesem werden die Mädchen in verschiedene adlige Familien verkauft und dort besteht ihre Aufgabe die Kinder der Adligen auszutragen. Voraussetzung dafür sind gewisse besondere Gaben. Violets korrekte Bezeichnung ist „Surrogat“. Mit Hilfe der Gaben kann ein Surrogat die Kinder empfangen und allein durch die Gedanken können Surrogate die Erscheinung des Kindes verändern oder es gar schneller wachsen lassen.
Violet gefällt ihr Schicksal nicht wirklich, doch ihr bleibt keine Wahl, oder etwa doch?

Der Fantasyroman „Das Juwel – Die Gabe“ stammt aus der Feder der Autorin Amy Ewing. Es ist das Debüt der Autorin und ich wurde wirklich sehr vom Cover und Klappentext angesprochen. Ich war sehr gespannt was mich hier wohl erwarten würde. Das was ich am Ende aber bekommen habe, damit hätte ich im Leben nicht gerechnet.

Violet lebt in Southgate. Dies ist eine Verwahranstalt für Surrogate. Hier wurden ihr die sogenannten Auspizien solange eingetrichtert bis sie diese quasi im Schlaf konnte. Mittlerweile hat Violet diese perfektioniert. Violets Heimat ist der Sumpf, ein Viertel wo die Menschen in Armut leben. Dort wurde sie im Alter von 12 Jahren aus ihrer Familie herausgerissen.
Als Figur gefiel mir Violet wirklich sehr gut. Sie ist sympathisch und von Herzen gutherzig. Doch Violet ist auch ziemlich naiv. So weiß sie eigentlich gar nichts über das wirkliche Leben eines Surrogats. Das liegt aber auch etwas daran das in der Anstalt nicht viel darüber erzählt wird. Und wenn, dann sind es immer nur die guten Dinge.
Ash ist der männliche Protagonist. Er ist auch Eigentum von jemand, sein Leben ist ebenso vorbestimmt und wird immer überwacht. Er muss sich ebenso fügen und Regeln beachten. Auch Ash gefiel mir ausgesprochen gut.

Neben den Protagonisten gibt es noch einige weitere Charaktere im Buch. So zum Beispiel Raven, Violets beste Freund, oder Lucien, der Stylist, der Violet am Tag der Auktion zurecht macht. Dann sind da aber auch noch die Herzogin Pearl oder auch die Herzogin am See, wie sie eigentlich heißt, sie ersteigert Violet, ihr Sohn Garnet und seine Schreckliche Cousine Carnelia. Jeder einzelne von ihnen ist ebenso sehr gut gestaltet und hat seinen festen Platz in der Geschichte.

Der Schreibstil der Autorin ist jugendlich leicht und locker. Ich bin regelrecht durch das Buch geflogen, die Seiten rauschten an mir vorbei, ich war komplett gefangen und bin erst am Ende wieder aufgetaucht.
Geschildert wird das Geschehen aus Sicht von Violet. Hierfür hat Amy Ewing die Ich-Perspektive verwendet. Diese passt hier unheimlich gut. Man lernt zum einen Violet wunderbar kennen und ist vom Wissen her immer mit ihr gleich.
Die Handlung ist absolut gelungen. Die Idee hinter der Geschichte ist vollkommen neu und hat mich umgehauen. Das junge Mädchen eine Leihmutter für adlige Frauen sind, so etwas habe ich bisher noch nicht gelesen.
Das Leben im Juwel ist voll von Prunk und Glanz. Aber den Surrogaten geht es nicht wirklich gut. Sie sind Leibeigene, gefangen in ihrer Rolle. Die Wahrheit ist wirklich grausam und ich konnte richtig mit Violet mitfühlen als sie es Stück für Stück erfuhr. Es gibt Intrigen und Anfeindungen zwischen den einzelnen Gründungshäusern, die Violet miterleben muss.
Die von Amy Ewing geschaffene Welt ist logisch und vor allem nachvollziehbar aufgebaut. Man wird als Leser sehr gut in diese Welt eingeführt, lernt den Aufbau der einzelnen Regionen sehr gut kennen.
Die Handlung ist spannend gehalten. Immer wieder geschieht Unvorhersehbares und man will als Leser eigentlich nur wissen was weiter passiert.

Das Ende kommt mit einer Wendung daher, die mich sehr überrascht hat. Und dann dieser doch ziemlich gemeine Cliffhanger, der Band 2 herbeisehnen lässt. Ich hoffe die deutsche Übersetzung lässt sich zu lange auf sich warten, im Englischen ist der Erscheinungstermin wohl im Oktober 2015.


Kurz gesagt ist „Das Juwel – Die Gabe“ von Amy Ewing ein wirklich mehr als gelungener Auftakt der Trilogie, die Fantasy und dystopische Aspekte miteinander vereint.
Sympathisch gestaltete Charaktere, ein jugendlich leichter flüssig lesbarer Stil der Autorin und eine Handlung, die unvorhersehbar und spannend ist und eine vollkommen neue Idee beinhaltet, haben mich hier vollends begeistert.
Absolut zu empfehlen!


Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen

Du möchtest mir einen Kommentar hinterlassen?
Das ist wirklich super!
Ich freue mich immer über deine Meinung!
Vielen lieben Dank!