Freitag, 25. September 2015

Gelesen: "Oma zeigt Flagge" von Regine Kölpin



-          Taschenbuch: 336 Seiten 
-          Verlag: Knaur TB (3. August 2015) 
-          Sprache: Deutsch 
-          ISBN-10: 3426516829 
-          ISBN-13: 978-3426516829 





 

Verschwindet ein Geburtstag, wenn man fest genug nicht an ihn denkt? Oma Jette genießt ihr postfamiliäres Dasein (glaubt sie jedenfalls) und plant, ihren 60. einfach zu ignorieren. Enkelin Marie plant derweil eine Geheimoperation. Was Jettes Jugendliebe Günther plant, als er sich samt Scheidungs-Hamster Emma bei ihr einquartiert, ist ungewiss. Sicher ist nur, dass Jettes Leben plötzlich gehörig kopfsteht.
(Quelle: Knaur TB)


Oma Jette hat sich auf Langeoog ein eigenes Leben aufgebaut. Sie hat ein kleines Häuschen und betreibt einen Laden wo sie so allerlei Dinge verkauft. Sie fühlt sich richtig wohl, so ganz ohne Kinder und Enkel.
Doch dann eines Tages kündigt sich ihre Tochter mit ihren drei Kindern an, der Grund ist Jettes 60. Geburtstag. Doch die will eigentlich gar nicht feiern. Ehe sich Jette versieht steht sie mit ihren Enkeln alleine da und das Chaos ist vorprogrammiert. Doch damit nicht genug plötzlich taucht auch noch Jettes Jugendliebe Günther auf und quartiert sich ebenso bei ihr ein. Sein Ziel er will Jette zurück. Fortan geht es drunter und drüber, Jettes Leben steht komplett Kopf …

Der Roman „Oma zeugt Flagge“ stammt von der Autorin Regine Kölpin. Für mich war dieser Roman der erste der Autorin und aufgrund des ansprechend klingenden Klappentextes war ich sehr gespannt auf die Geschichte rund um Jette und ihre Lieben.

Oma Jette war mich auf Anhieb sehr sympathisch. Zu Beginn wirkt es vielleicht so als Jette etwas unterkühlt ist, doch das macht nur den Anschein. Jette ist eine starke rüstige Frau, die ihr Leben fest im Griff hat. Und sie will ganz bestimmt noch lange nicht zum alten Eisen gehören, die besten Jahre liegen doch noch vor ihr.
Günther, Jettes Jugendliebe, hab ich auch gemocht. Er mag altmodisch sein, vielleicht ein wenig eingerostet aber er hat Seiten an sich die ihn mehr als sympathisch erscheinen lassen.
Pablo, der junge Maler auf Langeoog, scheint liebenswert und charmant zu sein. Doch er hat es ziemlich dick hinter den Ohren.
Ja und dann sind da noch Jettes Kinder und ihre Enkel. Sie alle gehören einfach in diesen Roman, machen ihn rund, geben ihm das gewisse Etwas.

Der Schreibstil der Autorin ist humorvoll und sehr flüssig. Ich bin flott durch die Seiten gekommen und habe mich wirklich nicht selten köstlich amüsiert.
Die Handlung ist turbulent und ziemlich witzig. Es gibt einiges zu entdecken. Man lernt zum einen Jette und ihre Familie sowie Bekannte und Freunde ganz wunderbar kennen. Und auch die Landschaft, die Nordseeinsel Langeoog, lernt man als Leser sehr gut kennen. Die Beschreibungen von Regine Kölpin sind bildhaft und man fühlt sich als wäre man quasi anwesend. Es passiert hier eigentlich immer was, Langeweile sucht man vergebens.

Das Ende hat mir sehr gut gefallen. Es passt, schließt den Roman perfekt ab und hat mich sehr zufrieden gestimmt.


Kurz gesagt ist „Oma zeigt Flagge“ von Regine Kölpin ein gelungener Roman vor toller Kulisse.
Vorstellbar beschriebene Charaktere, der leichte humorvolle Stil der Autorin und eine Handlung, die den Leser bestens unterhält und auf eine bildhaft beschriebene Insel entführt haben mich hier überzeugt und begeistert.
Absolut zu empfehlen!


Ich bedanke mich beim Verlag und der Autorin für das Rezensionsexemplar!

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