Freitag, 23. Oktober 2015

Gelesen: "Alles so leicht" von Meg Haston



-          Gebundene Ausgabe: 320 Seiten 
-          Verlag: Thienemann Verlag (13. Juli 2015) 
-          Sprache: Deutsch 
-          ISBN-10: 3522202155 
-          ISBN-13: 978-3522202152 
-          Vom Hersteller empfohlenes Alter: 13 - 16 Jahre




Stevie hat nichts mehr zu verlieren. Sie ist fest entschlossen, aus diesem Körper, aus diesem Leben zu verschwinden. Aber alle wollen sie daran hindern. Ihr Vater, der sie ins Therapiezentrum einweisen ließ. Anna, die so ganz anders ist als die anderen Seelenklempner. Und selbst den Mädchen, mit denen sie ein Zimmer und ein Schicksal teilt, fühlt sich Stevie jeden Tag näher. Aber sie wird sich nicht öffnen, sie hat schließlich einen Plan.
(Quelle: Thienemann-Esslinger Verlag)


Stevie hat eine Essstörung. Sie fühlt sich verantwortlich für den Tod ihres Bruders und hat sich so in den Kopf gesetzt sich zu Tode zu hungern. Sie will genau 1 Jahr nachdem ihr Bruder starb ebenfalls sterben. Bisher scheint ihr Vater Stevies schlechten Allgemeinzustand zwar bemerkt zu haben aber er hat bisher nichts darüber gesagt. Bis zu der Nacht als Stevie nach dem Feiern mit ihrer Freundin Eden nach Hause kommt und wiederholt zusammenbricht. Ihr Vater nimmt die Sache nun in die Hand und organisiert Stevie entschlossen einen Therapieplatz. Bereits einen Tag später soll Stevie diesen antreten. Doch Stevie fühlt sich fehl am Platz, fühlt sich gar nicht wohl. Auch ihre Therapeutin Anna kommt kaum an Stevie ran, denn diese will sich durch nichts und niemanden von ihrem Plan abbringen lassen …

Der Roman „Alles so leicht“ stammt von der Autorin Meg Haston. Es ist der erste Roman der Autorin, der auf Deutsch erschienen ist. Ich wurde hier vom Cover angesprochen und war wirklich neugierig auf den Inhalt der Geschichte.

Stevie heißt eigentlich Stephanie und ist 17 Jahre alt. Sie gibt sich die Schuld am Tod ihres Bruders und hat nur ein Ziel, sie will am Jahrestag seines Todes ebenfalls sterben. Es ist erschreckend zu lesen wie Stevie sich immer mehr kaputt macht. Sie mag sich überhaupt nicht leiden und möchte das durch Nahrungsentzug wieder wett machen. Dann aber kommt die Fressattacke und das wiederum führt zum Übergeben. Und da sie sich nicht beherrschen kann mag sich Stevie nicht. Man kann sich als Leser sehr gut ins sie hineinversetzen, sie ist absolut authentisch und glaubhaft dargestellt.

Die weiteren Charaktere, wie Anna, Stevies Therapeutin, oder auch Stevies Vater, der zuerst die Augen verschließt, dann aber endlich handelt, sind gut dargestellt. Im Vergleich zu Stevie aber wirken sie eher nebensächlich und blass.

Der Schreibstil der Autorin ist flüssig und lässt sich wirklich sehr angenehm lesen. Man kommt sehr schnell durch die Seiten.
Geschildert wird das Geschehen aus Sicht von Stevie. Hierfür hat Meg Haston die Ich-Perspektive verwendet. So kommt man nicht umhin und setzt sich ganz automatisch mit Stevie auseinander.
Die Handlung befasst sich mit einem sehr aktuellen und vor allem auch brisanten Thema, der Bulimie. Es gibt viele Details zur Krankheit und auch zur Therapie. Man merkt der Autorin liegt sehr viel an diesem Thema, sie bringt ihre eigenen Erfahrungen mit ein. Die Geschichte ist zwar fiktiv aber sie berührt den Leser. Meg Haston geht einfühlsam mit dem Thema um, lässt den Leser am Ende traurig und erschüttert zurück.

Das Ende des Romans ist nicht unbedingt Happy aber er zeigt einen Lichtblick auf. Es ist ein Schritt in die richtige Richtung, doch der Weg dahin ist lang und beschwerlich.


Zusammenfassend gesagt ist „Alles so leicht“ von Meg Haston ein einfühlsamer Roman zu einem brisanten Thema.
Die glaubhaft gestaltete Protagonistin, ein flüssig lesbarer Stil der Autorin und eine Handlung die spannend aufgebaut ist und den Leser mit vielerlei Informationen zum Thema Essstörung versorgt haben mich hier auf ganzer Linie überzeugt.
Ganz klar zu empfehlen!


Ich bedanke mich beim Verlag für das Rezensionsexemplar!

 

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