Freitag, 16. Oktober 2015

Gelesen: "Bis ans Ende der Geschichte" von Jodi Picoult



-          Gebundene Ausgabe: 560 Seiten 
-          Verlag: C. Bertelsmann Verlag (31. August 2015) 
-          Sprache: Deutsch 
-          ISBN-10: 3570102173 
-          ISBN-13: 978-3570102176 
-          Originaltitel: The Storyteller




Sage Singer ist eine junge Bäckerin. Sie hat ihre Mutter bei einem Autounfall verloren und fühlt sich schuldig, weil sie den Wagen gelenkt hat. Um den Verlust zu verarbeiten, nimmt sie an einer Trauergruppe teil. Dort lernt sie den 90jährigen Josef Weber kennen. Trotz des großen Altersunterschieds haben Sage und Josef ein Gespür für die verdeckten Wunden des anderen, und es entwickelt sich eine ungewöhnliche Freundschaft. Als Josef ihr eines Tages ein lang verschwiegenes, entsetzliches Geheimnis verrät, bittet er Sage um einen schwerwiegenden Gefallen. Wenn sie einwilligt, hat das allerdings nicht nur moralische, sondern auch gesetzliche Konsequenzen. Sage steht vor einem moralischen Dilemma: Denn wo befindet sich die Grenze zwischen Hilfe und einem Vergehen, Strafe und Gerechtigkeit, Vergebung und Gnade?
(Quelle: C. Bertelsmann Verlag)


Sage Singer ist eine leidenschaftliche Bäckerin. Aus diesem Grund hat sie dies auch zu ihrem Beruf gemacht. Doch nicht nur deswegen, auch ihre Narbe, die sie seit einem Autounfall vor einigen Jahren im Gesicht hat, hat zu dieser Entscheidung geführt. Sie fühlt sich hässlich und versteckt sich lieber als gesehen zu werden. Nur in der Trauergruppe, zu deren Treffen sie regelmäßig geht, fühlt sie sich etwas wohler, hier öffnet sie sich. In dieser Gruppe ist auch der 90-jährige Josef Weber. Mit ihm freundet sich Sage trotz des Altersunterschieds recht schnell an. Er erzählt Sage von seiner Vergangenheit und so kommt ein dunkles Geheimnis von Sage ans Tageslicht und alles ändert sich …

Der Roman „Bis ans Ende der Geschichte“ stammt auf der Feder der Erfolgsautorin Jodi Picoult. Für mich war dies nicht der erste Roman der Autorin, bisher kannte ich sie aber nur von einem Jugendbuch, das sie mit ihrer Tochter geschrieben hat. Im Erwachsenenbereich war dies meine Premiere.

Sage Singer ist eine leidenschaftliche junge Bäckerin. Auch drei Jahre nach dem Tod ihrer Mutter trauert sie noch immer um sie. Sage versteckt sich in ihrer Backstube, denn eine Narbe zieht ihr Gesicht und durch sie fühlt sie sich hässlich und möchte nicht gesehen werden. Sage entwickelt sich im Verkauf der Geschichte und ich fand sie wirklich gut gestaltet.
Josef ist 95 Jahre alt und er ist es der Sage von seiner Vergangenheit erzählt. Er hat den Holocaust mitgemacht, er war ein SS-Mann im KZ. Das ist bestimmt keine leichte Kost, denn die Taten damals waren wirklich heftig. Ich musste mehrfach schlucken während er seine Geschichte erzählte.
Neben den beiden genannten ist da noch Minka. Sie ist Sages Großmutter und ihre Geschichte spielt ebenso eine wichtige Rolle im Geschehen. Minka lebte im Ghetto und wurde dann ebenfalls nach Auschwitz gebracht. Auch was sie berichtet wühlt den Leser auf, berührt ihn zutiefst.

Der Schreibstil der Autorin ist flüssig und das Buch lässt sich wirklich angenehm lesen. Es ist an manchen Stellen sehr schockierend und aufwühlend, Jodi Picoult bringt diese Stellen sehr einfühlsam rüber.
Es gibt verschiedene Erzählstränge im Buch. Ich muss zugeben mir waren es zum Teil aber zu viele. Es gibt sehr viele Perspektivenwechsel, die mir die Lust doch ein wenig genommen haben weiterzulesen. In die Charaktere konnte ich mich recht gut hineinversetzen und es ist auch alles verständnisvoll.
Die Handlung ist zum Teil wirklich sehr schockierend. Es ist ein Stück Erinnerung der deutschen Geschichte und deshalb finde ich es gut das Jodi Picoult das Thema aufgegriffen hat.
Doch nicht nur die Vergangenheit ist Thema im Buch, es geht auch um die Gegenwart, um Sages Leben.

Das Ende des Buches war leider ziemlich vorhersehbar. Es gab hier auch kaum eine Begründung, warum es ausgerechnet dieses Ende sein musste. Ich habe mir hier ehrlich etwas besseres, etwas anderes erhofft.


Kurz gesagt ist „Bis ans Ende der Geschichte“ von Jodi Picoult ein sehr guter Roman, der ein dunkles Stück deutsche Vergangenheit aufgreift.
Die gut gezeichneten Charaktere, der flüssig lesbare Stil der Autorin und eine Handlung, die mich zum Teil schockierend ist aber irgendwie auch ein Stück weit Hoffnung aufzeigt, haben mich hier gut unterhalten.
Durchaus lesenswert!


Mein Dank geht an den Verlag für das zugesandte Exemplar!



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