Dienstag, 13. Oktober 2015

Gelesen: "Die Brücke" von Monica Byrne



-          Broschiert: 448 Seiten 
-          Verlag: Heyne Verlag (10. August 2015) 
-          Sprache: Deutsch 
-          ISBN-10: 3453417844 
-          ISBN-13: 978-3453417847 
-          Originaltitel: The Girl in the Road 

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Eine bessere Zukunft?
Wir schreiben das Jahr 2068: Die Vereinigten Staaten und Europa sind in die Bedeutungslosigkeit gefallen, Indien und Äthiopien dagegen die stärksten Wirtschaftsmächte der Welt, deren Mega-Cities ständig mit Energie versorgt werden müssen. Zu diesem Zweck wurde der TRAIL erfunden – eine gigantische schwimmende Pontonbrücke, die über das Arabische Meer verläuft, Indien mit Äthiopien verbindet und Sonnenlicht in Strom umwandelt. Doch der TRAIL ist auch die letzte Hoffnung für die, die in den pulsierenden Riesenstädten Indiens keinen Platz mehr finden: Sie wandern über den TRAIL nach Afrika – für sie ist er die Brücke in eine bessere Zukunft. So wie für Meena und Mariama, die einander nicht kennen, aber deren Schicksal auf vielfache Weise miteinander verknüpft ist ...
(Quelle: Heyne Verlag)


Die Welt im Jahr 2068:
Die alte Meena und die junge Mariama leben in dieser Welt, in der Die großen Städte in Indien und Äthiopien immerzu mit Energie versorgt werden müssen. Sie kenne sich allerdings nicht. Eine der neuesten Versuche um Energie zu gewinnen ist der TRAIL. Hierbei handelt es sich um einen lange schwimmende Potonbrücke die sich über das Arabische Meer erstreckt. Sie wandelt Sonnenlicht in Energie um. Doch nicht nur das der TRAIL ist zugleich auf Zufluchtsort für diejenigen die keinen Platz haben in der Gesellschaft und so vielleicht auf eine bessere Zukunft hoffen. So finden auch Meena und Mariama dort Zuflucht …

Der Roman „Die Brücke“ stammt von der Autorin Monica Byrne. Es ist das Debüt der Autorin und aufgrund des sehr ansprechend klingenden Klappentextes war ich neugierig auf die Geschichte. Allerdings wurden meine Erwartungen nicht zu hundert Prozent erfüllt.

Meena ist eine der Protagonistinnen. Sie lebt in Indien, wo es beispielsweise Überbevölkerung gibt. Sie flieht aber als Leser weiß man zu Anfang des Buches nicht wovor sie wegläuft. Die Gründe bleiben leider auch ziemlich lange im Hintergrund, man kann als Leser nur rätseln was sie zur Flucht bewogen haben. Auf mich wirkte Meena etwas wirr und so als ob sie immer wieder halluziniere. Eine wirkliche Beziehung konnte ich auch nicht zu ihr aufbauen.
Mariama ist zu Beginn ein junges Mädchen und die zweite Protagonistin im Buch. Sie lebt in Sklaverei und flieht eines Tages. Ihr Weg führt sie quer durch Afrika bis nach Äthiopien, in der Hoffnung dort ein neues und vor allem besseres Leben zu finden.
Beide Frauen kennen sich zwar nicht, doch sie haben viel gemeinsam. Es sind ihrer beider Lebensgeschichten, die hier erzählt werden.

Der Schreibstil der Autorin ist an und für sich gut lesbar. Sie schreibt mit einfachen Worten und es ist alles verständlich.
Es gibt hier zwei Handlungsstränge, die abwechselnd erzählt werden. Bei beiden Strängen hat Monica Byrne die Ich-Perspektive verwendet. Mariama erzählt ihre Sichtweise zusätzlich noch Yemaja, einem Mädchen das sie auf ihrer Reise kennenlernt und das sie sehr beeindruckt.
Leider muss ich zugeben ich habe etwas anderes von diesem Buch erwartet. Ich habe anhand des Klappentextes mit einem dystopischen Roman gerechnet. Bekommen habe ich hier einen Roman der zwei Geschichten von zwei Frauen erzählt. An und für sich ist dies nicht schlecht, nur wurde ich mit der Geschichte nicht wirklich warm. Von beiden Strängen hat mir der Mariamas besser gefallen, er ist verständlicher geschildert und mit ihr konnte ich mitfiebern.
Die Zustände in Indien und Afrika sowie auch der Terrorismus und die anderen Dinge sind wirklich gut beschrieben. Diese kann man nachvollziehen und sie wirken glaubhaft.

Zum Ende hin gibt es eine Wendungen, die ich nur sehr nachvollziehen konnte. Es wird auch nicht wirklich klar wie die Handlungsstränge zusammenpassen, manches bleibt hier ungelöst und nicht unbedingt nachvollziehbar. Auch das eigentliche Ende hat mich nicht wirklich überzeugt.


Zusammenfassend gesagt ist „Die Brücke“ von Monica Byrne ein Debüt das vom Klappentext mehr verspricht als es letztlich hergibt.
Unterschiedliche Charaktere, ein leicht lesbarer verständlicher Stil der Autorin und eine Handlung, die sich ganz anders entwickelt als erwartet und in der die Lebensgeschichten von zwei Frauen eine große Rolle spielen haben mich leider nicht wirklich überzeugt.
Schade!


Ich bedanke mich beim Verlag für das zugesandte Exemplar!

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