Freitag, 13. November 2015

Gelesen: "Die Scherben der Wahrheit" von Mark Billingham



-          Gebundene Ausgabe: 480 Seiten 
-          Verlag: Atrium Zürich (17. September 2015) 
-          Sprache: Deutsch 
-          ISBN-10: 3855350574 
-          ISBN-13: 978-3855350575




Der Autor von Die Lügen der Anderen ist zurück – und nimmt Sie mit auf eine Reise in die Finsternis.
In einer regnerischen Nacht kommt ein Auto von der Fahrbahn ab und rast in eine Bushaltestelle. Mehrere Menschen werden verletzt, für Paul Hopwood kommt jede Hilfe zu spät. Die Polizei glaubt, dass Paul das zufällige Opfer eines Initiationsritus wurde, wie er unter Jugendgangs in diesem Teil Londons keine Seltenheit ist. Pauls hochschwangere Frau Helen aber will nicht glauben, dass ihr Mann auf so sinnlose und zufällige Weise ums Leben kam. Als sie unbekannte Nummern auf Pauls Handy entdeckt, erhärtet sich ihr Verdacht. Helen begibt sich auf eine Reise durch die Nacht, auf der Suche nach der Antwort auf eine fürchterliche Frage: Wer war der Mann wirklich, dessen Kind sie unter dem Herzen trägt?
(Quelle: Atrium Verlag)


Paul und Helen Hopwood haben nicht unbedingt eine gute Ehe. Sie arbeiten aber an sich und ihrer Beziehung, auch wenn es die Ungewissheit über den Vater des noch ungeborenen Babys noch immer gibt. Dann aber geschieht das Unfassbare, Paul wird im Rahmen einer Schießerei von einem Auto überfahren. Es kam von der Fahrbahn ab und er hatte keine Chance. Die Ermittlungen gehen in Richtung Initiationsritus und das Paul Opfer davon geworden ist. Doch Helen will das nicht glauben. Sie beginnt zu ermitteln und muss sich dabei immer mehr fragen wer ihr Mann eigentlich war …

Der Roman „Die Scherben der Wahrheit“ stammt von Autor Mark Billingham. Es war für mich das erste des Autors überhaupt und ich war ziemlich gespannt auf die Handlung, die sich zwischen den Buchdeckeln verbirgt.

Helen ist hochschwanger. Sie muss mit dem plötzlichen Tod ihres Mannes klarkommen, doch sie nimmt ihn anders auf als andere. Sie will wissen was wirklich passiert ist, anstatt das sie in ein tiefes Loch fällt. Helen beginnt zu ermitteln und erfährt so Dinge, die sie nicht geahnt hat. Und so kommt halt auch die Frage auf wer ihr Mann wirklich war. Helen macht es dem Leser nicht gerade einfach mit ihr warm zu werden. Sie wirkte auf mich irgendwie kalt und emotionslos, eine wirkliche Bindung zu ihr konnte ich nicht aufbauen.

Auch die anderen Charaktere, die zum Teil alle männlich sind, wissen nicht zu hundert Prozent zu überzeugen. Es gibt keinen der wirklich heraussticht, der dem Leser nachhaltig im Gedächtnis bleibt.

Der Schreibstil des Autors ist soweit gut und man kommt sehr einfach durch die Seiten. Es ist alles zu verstehen und auch nachvollziehbar.
Es gibt hier insgesamt zwei handlungsstränge aus der sich die Geschichte zusammensetzt. Zum einen ist es Helens Suche nach den Todesursachen von Paul und es gibt das Leben eines gewissen Theos. Beide Stränge werden vom außen geschildert, man wahrt eine gewisse Distanz zum Geschehen. Jedoch wird sehr häufig und teils ohne Vorwarnung zwischen den Perspektiven hin und her gewechselt, was ich dann doch recht verwirrend empfand. Dass es aber einen Zusammenhang zwischen beiden Strängen gibt das wiederum merkt man als Leser schnell.
Die Handlung ist recht ruhig, das Erzähltempo ist langsam und gesittet. Es handelt sich hierbei um einen Krimi, allerdings dreht sich hierbei alles vermehrt um das Beobachten der Charaktere. Spannung gibt es allerdings ist sie nicht nervenaufreibend, sondern doch eher niedrig angesiedelt. Dafür ist es doch ziemlich komplex.

Das Ende kommt anders daher als ich es erwartet hatte. Es ist geschickt gewählt und zeigt überraschende Wendungen auf.


Letztlich gesagt ist „Die Scherben der Wahrheit“ von Mark Billingham ein Buch, das mich leider nicht gänzlich überzeugen konnte.
Mit einer Protagonistin, die es mir ziemlich schwer gemacht hat mit ihr warm zu werden, der leichte verständliche Stil des Autors und eine Handlung, die eher ruhig ist und kaum wirkliche Spannung erzeugt schöpft der Autor hier nicht das gesamte vorhandene Potential aus.
Schade!


Ich bedanke mich beim Verlag für das bereitgestellte Rezensionsexemplar!


1 Kommentar:

  1. "Die Schande der Lebenden" habe ich gerade von ihm begonnen & "Die Lügen der Anderen" subt noch rum, dieses Buch jedoch lief mir noch nicht über den Weg

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