Montag, 18. Januar 2016

Gelesen: "Abschied für immer und nie" von Amy Reed


-          Gebundene Ausgabe: 304 Seiten 
-          Verlag: HarperCollins (10. November 2015) 
-          Sprache: Deutsch 
-          ISBN-10: 3959670109 
-          ISBN-13: 978-3959670104 
-          Originaltitel: Invincible

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"Mal im Ernst, Evie, was haben wir schon zu verlieren?" Was die krebskranke Evie noch will, ist eine letzte Reise. Noch einmal das Adrenalin in den Adern spüren. Noch einmal auf den Rat ihrer Freundin Stella hören: Lebe wagemutig. Aber die Flucht aus der Klinik wird alles verändern? Evie fällt es unsagbar schwer, in die Welt der Gesunden zurückzufinden. Bis sie Marcus trifft. In seiner Nähe fühlt sie sich lebendig. In seinen Exzessen, seinen fantastischen Höhenflügen. Nur ahnt sie nicht, dass sie nur einen Schritt vor dem Abgrund steht?
(Quelle: HarperCollins)

In Evies Leben läuft eigentlich alles perfekt. Sie ist eine beliebte Schülerin, hat einen tollen Freund und ist zudem auch die perfekte Tochter. Dann aber ändert sich alles schlagartig, denn Evie erkrankt an einer sehr aggressiven Krebsform. Die Ärzte versuchen wirklich alle um ihr Leben zu retten bzw. es zumindest zu verlängern. Doch die Chemotherapie schlägt nicht an und so hat Evie letztlich eine Überlebenschance von 4 %.
Im Krankenhaus teilt Evie ihr Schicksal mit Caleb und Stella, sie verbringen viel Zeit miteinander. Nur von ihnen fühlt sie sich verstanden. Ein Gefühl das sie bei ihren Eltern oder ihrem Freund vermisst.
Eines Tages überreden Caleb und Stella Evie zu einem riskanten und verbotenen Ausflug. Als sie wieder im Krankenhaus sind sprechen die Ärzte plötzlich von einem Wunder, Evie scheint plötzlich geheilt. Sie darf schon sehr bald nach Hause, doch die Zeit hat sie verändert. Es ist nichts mehr wie es vorher war und damit hat Evie sehr zu kämpfen …

Der Roman „Abschied für immer und nie“ stammt von der Autorin Amy Reed. Es ist das erste Buch der Autorin das ins Deutsche übersetzt wurde. Ich war sehr gespannt darauf welche Geschichte mich hier erwarten würde.

Evie hat eigentlich alles was sie will und vor allem fühlt sie sich wirklich wohl in ihrem Leben. Dann aber schlägt der Krebs erbarmungslos zu und ich empfand die Zeit, die nun folgte, als sehr authentisch und glaubhaft beschrieben. Dieses Leid das Evie hier erfahren muss, es tat mir in der Seele weh. Sie hat immer wieder Launen, die andere aushalten müssen. Sie ist hilflos allem ausgeliefert, muss so viel ertragen.
Nachdem Evie dann erfahren hat das sie gesund ist, wirkt sie verändert. Evie verschließt sich immer mehr, lässt niemanden an sich ran. Auch hier konnte ich alles nachvollziehen.

Die Nebencharaktere wirkten auf mich auch sehr gut beschrieben. Es tauchen Evies Eltern auf, die zuerst mit der Angst leben müssen ihre Tochter möglicherweise zu verlieren und dann haben sie große Probleme zu Evie durchzudringen. Doch nicht nur Evies Eltern wirkten glaubhaft, auch alle anderen, wie Stella oder Caleb, sind authentisch.

Der Schreibstil der Autorin ist flüssig und doch sehr nüchtern gehalten. Amy Reed schreibt verständlich und klar und man wird ins Geschehen hineingezogen.
Geschildert wird das Geschehen aus verschiedenen Perspektiven. Das gefiel mir hier sehr gut, es macht das Buch letztlich aus. Zwischendrin gibt es immer wieder Briefe von Evie an Stella. Diese sind sehr emotional und gefühlvoll.
Die Handlung greift hier ein eigentliches Tabuthema auf. Es geht um das Thema Krebs. Doch nicht nur Krebs wird thematisiert, es geht auch um Trauer und letztlich Drogen und Depressionen. Alles Themen, die bedrückend und traurig wirken. Amy Reed schafft es hier aber das Innenleben der Charaktere sehr gut zu beleuchten.

Das Ende ist leider weniger gelungen. Es ist in meinen Augen leider zu offen gehalten, es bleiben Fragen ungeklärt.


Zusammenfassend gesagt ist „Abschied für immer und nie“ von Amy Reed ein sehr guter Roman, der ein schwieriges Thema aufgreift.
Die glaubhaft beschriebenen Charaktere, der flüssig lesbare Stil der Autorin und eine Handlung, die emotional ist und den Leser berührt, haben mir hier unterhaltsame Lesestunden beschert.
Durchaus lesenswert!


Ich danke Literaturtest und dem Verlag für das Rezensionsexemplar!



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