Samstag, 2. Januar 2016

Gelesen: "Entführung mit Jagdleopard" von Kirsten Boie



-          Gebundene Ausgabe: 320 Seiten 
-          Verlag: Oetinger (15. Oktober 2015) 
-          Sprache: Deutsch 
-          ISBN-10: 3789120235 
-          ISBN-13: 978-3789120237  
-          Vom Hersteller empfohlenes Alter: 10 - 12 Jahre




Eine schrecklich nette Familie! Ein Verwechslungskrimi von Kirsten Boie.
Jamie-Lee hat es nicht gerade leicht: Ihre Mutter trinkt oft zu viel und muss deshalb eines Tages sogar ins Krankenhaus. Ihre Oma hat auch keine Zeit, denn sie möchte mit ihrem neuen Freund nach Polen auswandern. Da sieht Jamie-Lee ihre Chance, endlich etwas Großes zu vollbringen: Sie nimmt das Mädchen Fee bei sich auf, das von zu Hause weggelaufen ist. Doch Fees Eltern sind nun sicher, dass ihre Tochter entführt wurde. Als dann noch der obdachlose Herr Wildeck mit seinem Jagdleopard bei Jamie-Lee einzieht, ist das Chaos perfekt!
(Quelle: Oetinger)


Jamie-Lee lebt in nicht gerade einfachen Verhältnissen. Ihre Mutter ist Alkoholikerin, der Bruder klaut und die Oma ist viel mehr mit sich selbst beschäftigt als mit ihrer Familie. Als ihre Oma ihren Freund in Polen besuchen möchte steckt sie die Mutter kurzerhand in eine Entzugsklinik und den Kindern lässt sie 10 Euro da damit diese nicht verhungern. Doch Jamie-Lee steckt den Kopf nicht in den Sand, sie möchte endlich mal Gutes tun. Sie nimmt Fee, die im gleichen Alter wie sie selbst ist, bei sich auf. Doch Fee kommt aus ganz anderen Verhältnissen als Jamie-Lee, daher vermuten ihre Eltern auch direkt Fee wurde entführt. Dann nimmt Jamie-Lee kurzerhand auch noch Herrn Wildeck, einen Obdachlosen, und dessen Jagdleopard bei sich auf. Und das Chaos und Versteckspiel vor der Polizei nimmt seinen Lauf …

Das Kinder- und Jugendbuch „Entführung mit Jagdleopard“ stammt von der Autorin Kirsten Boie. Für mich war dies nicht das erste Buch der Autorin und ich war sehr gespannt auf den Inhalt der Geschichte.

Jamie-Lee ist 10 Jahre alt und ganz ehrlich mir tat sie wirklich leid. Die Verhältnisse, aus denen sie kommt, sind wirklich nicht die besten. Doch Jamie-Lee lässt sich wirklich nicht unterkriegen, sie nimmt ihr Leben quasi selbst in die Hand.
Fee ist auch 10 Jahre alt, doch ihre Eltern kennen keinerlei Geldprobleme. Es ist schon heftig welche Unterschiede zwischen den beiden Mädchen vorherherrschen. Zumal Fee von Zuhause wegläuft und dann bei Jamie-Lee unterkommt.
Auch der Obdachlose Herr Wildeck, ist Kirsten Boie gut gelungen. Auch hier sieht man wieder welche Gesellschaftsschichten es doch in unserer derzeitigen Welt gibt, wo die Unterschiede vorherrschen.

Der Schreibstil der Autorin ist gut zu lesen. Es ist zwar zunächst schon gewöhnungsbedürftig, da sich Kisten Boie hier Jamie-Lee anpasst, es gibt viele Flüche und Schimpfwörter im Text. Doch gerade das passt eben zu Jamie-Lee und macht die Geschichte damit authentisch.
Die Handlung ist sehr gesellschaftskritisch. Kirsten Boie bringt dem Leser die Unterschiede zwischen den Menschen sehr nahe, beschreibt es aber dabei durchaus verständlich. Allerdings ist es hier in diesem Buch zum Teil doch sehr heftig. Es geht ums Stehlen, ums Lügen, es wird erpresst und viel zerstört. Rücksicht gibt es hier nicht so viel.
Das Buch wird vom Verlag hier für Kinder in einem Lesealter von ca. 10 bis 12 Jahren empfohlen. Ich empfinde das als sehr niedrig angesetzt, man sollte als Eltern Kinder in diesem Alter nicht alleine mit dem Buch lassen. Ich würde das empfohlene Alter höher, bei etwa 13 Jahren ansetzen, da das Kind dann schon eher damit klarkommt. Klar es gibt durchaus auch witzige Szenen, doch die sind eher rar gesät und der Großteil der Geschichte ist eher hart.


Abschließend gesagt ist „Entführung mit Jagdleopard“ von Kisten Boie ein Kinder- und Jugendbuch, das gesellschaftskritisch daherkommt.
Die gut beschriebenen Charaktere, der gut zu lesende Stil, an den man sich durch die Umgangssprache der Protagonistin aber eher gewöhnen muss, und eine Handlung, die doch eher hart ist und sehr zum nachdenken anregt haben mich als Erwachsene berührt. Allerdings sollte man das Lesealter genau abwägen.
Durchaus lesenswert!


Ich bedanke mich beim Verlag für das Buch und die Leserunde!


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