Samstag, 16. April 2016

Gelesen: "Das Anna-Phänomen" von Petra Wodtke



-          Broschiert: 232 Seiten 
-          Verlag: Schwarzkopf & Schwarzkopf (15. August 2015) 
-          Sprache: Deutsch 
-          ISBN-10: 3862655261 
-          ISBN-13: 978-3862655267





Anna schläft mit Max. Und mit Jan, Olli, Emil. Und manchmal knutscht sie auch mit Lisa. Aber dann stellt sie fest: Freunde hat sie eigentlich keine. Also beschließt sie, dass sich etwas ändern muss.
Anna ist nicht nur Antiheldin, sondern gleichzeitig auch Phänomen einer ganzen Generation: Ihre Beziehungen sind unverbindlich, sie selbst ist orientierungslos und spaßfixiert. Zwischen Egomanie, idealistischer Selbstverwirklichung und einer steten unerfüllten Sinnsuche bemerkt sie, dass das, was sie bisher hatte, nicht mehr das ist, was sie will. Doch ein Gegenentwurf fällt schwer in einer Gesellschaft, die so viele Möglichkeiten bereitstellt, dass (irgend)eine Entscheidung zu treffen zur eigentlichen Last wird. One-Night-Stands und Affären kreuzen dabei ihren Weg genauso wie verlassene Lieben und einsame Seelen. DAS ANNA-PHÄNOMEN beschreibt den Versuch, mit dem modernen Zeitgeist von Reizüberflutung und emotionaler Inkompetenz, Werteverschiebungen und dem Ausloten neuer Grenzen fertig zu werden. Und Glück zu finden.
(Quelle: Schwarzkopf & Schwarzkopf Verlag)


Anna lebt in Berlin, wo sie ein freies und unabhängiges Leben führt. So scheint es zumindest. Anna hat keinen festen Freund und lebt ihre Sexualität ungezwungen aus. Es scheint ihr Spaß zu machen, doch tief im Inneren von Anna sieht es ganz anders aus. Sie merkt das ihr etwas fehlt, das sie jemanden braucht dem sie wirklich wichtig ist. Das oberflächliche Leben ist nichts mehr für sie, Anna will endlich glücklich werden …

Der Roman „Das Anna-Phänomen“ stammt von der Autorin Petra Wodtke. In diesem Roman sind die Kurzgeschichten über Anna, die von der Autorin auf ihrem Blog veröffentlich wurden, zusammengeführt.

Anna scheint auf den ersten Blick jemand zu sein, der ihr Leben gefällt. Doch wer zwischen den Zeilen liest, der bemerkt Anna sucht eigentlich nur jemanden der sie liebt und bei dem sie sich geborgen fühlt. Allerdings sie kann nicht wirklich aus ihrer Haut, fällt immer wieder in ihr Verhalten zurück. Als Leser kann man ihre Handlungen nicht immer nachvollziehen, nicht immer alles verstehen. Leider entwickelt sich Anna im Verlauf der Handlung kaum, sie tritt quasi auf der Stelle, was ich etwas schade fand.

Die anderen Charaktere, Annas Mitmenschen, entwickeln sich ein wenig. Es sind nicht unbedingt die größten Sprünge, trotzdem aber merkt man es als Leser.

Der Schreibstil der Autorin ist gut und angenehm lesbar. Es ist alles verständlich beschrieben und man kann dem Geschehen gut folgen.
Geschildert wird das Geschehen aus Sicht von Anna. So kommt man ihr als Leser ein wenig näher, bemerkt was für ein Mensch sie wirklich ist.
Die Handlung selbst hört sich, wenn man den Klappentext liest, an sich interessant an. Doch es entwickelt sich anders als man es erwartet. Man muss hier schon auch zwischen den Zeilen lesen um zu verstehen um was es wirklich geht. Es zeigt das man, wenn man ausbrechen möchte, zuerst immer sich selbst ändern muss. Nur dann ändert sich auch in der Umgebung etwas.
Von der Idee her hat Petra Wodtke den Nerv der Zeit getroffen. Das heutige Leben ist ziemlich einsam, schnelllebig und ja auch anonym.

Das Ende hat mir nicht unbedingt zugesagt. Leider endet der Roman doch sehr schnell und abrupt. Man fühlt sich ein wenig aus der Handlung gerissen.


Zusammenfassend gesagt ist „Das Anna-Phänomen“ von Petra Wodtke ein Roman mit aktueller Hintergrundidee.
Eine gut beschriebene Protagonistin, die sich aber leider kaum entwickelt, ein gut lesbarer Stil der Autorin und eine Handlung, die an sich interessant klang, sich aber etwas anders entwickelt als erwartet, haben mich soweit gut unterhalten.
Durchaus lesenswert!



Ich danke dem Verlag für das Exemplar!


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