Samstag, 9. April 2016

Gelesen: "Willkommen in Night Vale" von Joseph Fink und Jeffrey Cranor




-          Gebundene Ausgabe: 378 Seiten 
-          Verlag: Klett-Cotta (19. März 2016) 
-          Sprache: Deutsch 
-          ISBN-10: 3608961372 
-          ISBN-13: 978-3608961379 
-          Originaltitel: Welcome to Night Vale



»Das Schicksal ist schlimmer als der Tod. Das waren die Gesundheitsnachrichten.«
Night Vale, ein Städtchen in der Wüste. Irgendwo in der Weite des amerikanischen Südwestens. Geister, Engel, Aliens oder ein Haus, das nachdenkt, gehören hier zum Alltag. Night Vale ist völlig anders als alle anderen Städte, die Sie kennen – und doch seltsam vertraut.
Jackie Fierro betreibt schon lange das örtliche Pfandhaus in Night Vale. Eines Tages verpfändet ein Fremder einen Zettel, auf dem in Bleistift die zwei Worte »King City« geschrieben stehen. Jackie hat sofort ein merkwürdiges Gefühl. Kaum ist er in Richtung Wüste verschwunden, erinnert sich niemand an ihn – aber Jackie kann das Papier nicht mehr aus der Hand legen. Zusammen mit der alleinerziehenden Mutter eines jugendlichen Gestaltwandlers geht Jackie daran, das Rätsel von »King City« zu lösen. Ihr Weg führt die beiden in die Bibliothek von Night Vale, die allerdings noch kaum jemand wieder lebend verlassen hat ...
(Quelle: Klett-Cotta Verlag)


Night Vale ist ein kleines Städtchen irgendwo im amerikanischen Südwesten. Hier in dieser Stadt, die komplett anders ist als man sie kennt, gehören Engel, Geister und auch Aliens zum Alltag.
In Night Vale betreibt Jackie Fierro schon lange ein Pfandhaus. Genau dort verpfändet ein Fremder eines Tages einen merkwürdigen Zettel. Auf diesen steht nur „King City“. Besonders komisch, keiner kann sich an den Fremden erinnern nachdem er Richtung Wüste verschwunden ist. Jackie aber will das Rätsel um „King City“ lösen. Also macht sie sich mit der Mutter eines jugendlichen Gestaltwandlers ans Werk. Die Spur führt sie in die Bibliothek von Night Vale, die jedoch so manches Geheimnis verbirgt und aus der keiner bisher lebend rauskam …

Der Roman „Willkommen in Night Vale“ stammt vom Autorenduo Joseph Fink und Jeffrey Cranor. Es basiert auf der Podcast-Serie „Welcome to Night Vale“ und ich wurde hier vom außergewöhnlich klingenden Klappentext angesprochen, der mich neugierig gemacht hat auf den Roman.

Jackie Fierro ist Betreiberin eines Pfandhauses in Night Vale. Sie ist bereits seit einiger Zeit 19 Jahre alt, ihre anderen Freunde aber sind irgendwie alle bereits gestorben. Als Leser lernt man Jackie immer besser kennen, sie wächst einem doch sehr ans Herz.
Diane ist die zweite Protagonistin. Die ist eine alleinerziehende Mutter eines jugendlichen Gestaltwandlers namens Josh. Ihre Persönlichkeit ist sehr stark ausgeprägt, für Josh würde sie zudem alles tun.
Die beiden Frauen wirken zunächst eher distanziert und ja auch kühl im Umgang miteinander, dies verändert sich aber im Verlauf der Geschichte. Am Ende sind sie schon so etwas wie Freunde.

Die Nebencharaktere der Geschichte, von denen es wirklich zahlreiche gibt, sind den Autoren ebenfalls gut gelungen. Manch einer wirkt vielleicht ein wenig sehr mysteriös, ja fast schon richtig merkwürdig, das passt aber sehr gut zum gesamten Roman. Night Vale ist ja auch keine gewöhnliche Stadt.

Der Schreibstil der Autoren ist flüssig und irgendwie genauso verrückt wie die gesamte Geschichte. Es gibt so einiges an Wortspielen und zum Teil auch sehr viel Humor. Im Verlauf kommt es immer wieder vor das die Autoren den Leser direkt persönlich ansprechen. So wird man mit eingebunden, fühlt sich quasi als Teil des Gesamten.
Geschildert wird das Geschehen aus den Perspektiven von Jackie und Diane. Man lernt die beiden so wirklich gut kennen.
Die Handlung selbst ist absolut skurril, merkwürdig und ungewöhnlich. Dies zieht sich wie ein roter Faden durch das gesamte Buch. Es ist nicht alles logisch, ich hatte des Öfteren auch das Gefühl ich würde auf der Stelle treten, es würde quasi nichts passieren. Dennoch aber habe ich mich nicht gelangweilt, eher im Gegenteil ich war wirklich fasziniert. Die Idee der Autoren ist wirklich gut und ebenso gut umgesetzt.
Allerdings muss ich auch gestehen es gab Szenen wo ich mir doch mehr Hintergrundwissen gewünscht hätte. Manches ist schwer zu verstehen, hier fehlte mich doch etwas.
Die Handlungsstränge von Jackie und Diane laufen zunächst nebeneinander her, werden aber nach und nach zusammengeführt und letztlich als ein Handlungsstrang weitergeführt.

Das Ende konnte ich so nicht erahnen. Es passt aber wirklich gut zur Gesamtgeschichte. Allerdings muss ich hier anmerken mir blieb doch ein wenig zu viel offen. Ich denke aber dies ist vom Autorenduo genauso gewollt.


Alles in Allem ist „Willkommen in Night Vale“ von Joseph Fink und Jeffrey Cranor ein skurriler und ungewöhnlicher Roman, der sich anders entwickelt als erwartet.
Die soweit gut vorstellbaren Charakteren, der flüssig lesbare aber auch verrückte Stil der Autoren und eine Handlung, die ungewöhnlich, skurril und geheimnisvoll gehalten ist, haben mir unterhaltsame Lesestunden beschert.
Durchaus lesenswert!



Ich bedanke mich bei Blogg dein Buch und dem Klett-Cotta Verlag für das bereitsgestellte Leseexemplar!





1 Kommentar:

  1. Hey!
    Schön, zu lesen, dass es auch begeisterte Leser gibt. Ich habe das Buch auch über BdB erhalten und abgebrochen. Für mich ist dieser skurile Schreibstil nichts. Schon nach 40 Seiten war ich davon so genervt, dass ich echt nicht mehr konnte. Bis S. 100 musste ich mich dann durchquälen und dann durfte ich aufgeben.
    LG
    Yvonne

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