Montag, 6. Juni 2016

Gelesen: "Ghetto Bitch" von Gernot Gricksch



-          Gebundene Ausgabe: 320 Seiten 
-          Verlag: Dressler (9. Mai 2016) 
-          Sprache: Deutsch 
-          ISBN-10: 3791500066 
-          ISBN-13: 978-3791500065  
-          Vom Hersteller empfohlenes Alter: 14 - 17 Jahre 





Hochglanz-Girl im Hochhaus-Schick: Die 15-jährige Nele wohnt mit ihrer Familie im schicken Hamburg-Poppenbüttel und führt ein unbeschwertes Leben. Doch plötzlich nimmt ihr Leben eine gravierende Wendung: Neles Vater stirbt und hinterlässt Berge von Schulden! Neles Mutter ist gezwungen, mit ihr und ihrem 14-jährigen Bruder das Villenviertel gegen eine Hochhaussiedlung in Hamburg-Steilshoop einzutauschen. Schnell ist Nele hier die arrogante Zicke vom Dienst und lässt kein Fettnäpfchen aus. Als jedoch der 17-jährige Skater Rick auftaucht, gelingt es Nele immer besser, sich in ihr neues Umfeld zu integrieren.
(Quelle: Dressler)


Der Jugendroman „Ghetto Bitch“ wurde vom Autor Gernot Gricksch geschrieben. Für mich war dieser Roman der erste des Autors und angesprochen vom Cover und dem Klappentext wollte ich wissen was mich hier wohl erwartet.

Nele ist hier die Protagonistin. Bisher kannte sie keine Geldsorgen, lebte ein richtig gutes Leben in einem vornehmen Stadtteil von Hamburg. Dann aber stirbt ihr Vater und die Familie steht plötzlich vor einem Berg Schulden. Neles Leben verändert sich schlagartig, was ihr sehr zu schaffen macht. Bisher war Neles Leben ja sorgenlos, nun aber holen sie die Sorgen des Alltags ein. Zu Anfang wirkte Nele vielleicht etwas zickig, mit der Zeit aber wandelt sie sich merklich. Sie steht zu ihren Schicksalsschlägen und versucht immer das Beste aus allem zu machen.
Ihr Bruder Timo ist ähnlich gut beschrieben. Zu Beginn wird er eher schikaniert, aufgrund der doch besseren Stellung der Familie. Aber auch für ihn ändert sich das Leben und auch er wandelt sich.

Die weiteren Charaktere, wie beispielsweise die Mutter oder auch die Klassenkameraden, sind gut beschrieben. Man kann sie sich vorstellen und deren Handlungen sind nachvollziehbar.

Der Schreibstil des Autors ist jugendlich gut und angenehm zu lesen. Man kommt gut durch die Seiten, es ist alles verständlich und wirkte glaubhaft auf mich.
Die Handlung selbst ist lebensnah. Es kann ja jederzeit passieren, dass es Familien, die bisher alles hatten, plötzlich sehr schlecht geht. Diese Kluft zwischen Arm und Reich zeigt Gernot Gricksch sehr gut auf, hat dieses Thema gut in seine Geschichte eingebaut. Die bestehenden Vorurteile, man findet viele davon auch im richtigen Leben. Es wird aber auch aufgezeigt was wirkliche Freunde sind. Denn nicht alle sind nur auf das Äußere aus, auf den jeweiligen Stand des Einzelnen.
Die Handlung regt sehr gut zum Nachdenken an, man kann darüber diskutieren, sich austauschen.
Leider aber habe ich auch etwas zu meckern. Manchmal war es ein wenig zäh und langatmig beim Lesen, es gab Längen, die so nicht unbedingt hätten sein müssen. Diese werden aber glücklicherweise immer von interessanteren Passagen abgelöst, so dass man recht schnell wieder im Lesefluss drin war.

Das Ende ist, so wie es hier kommt, passend. Ich persönlich fand es ein wenig kitschig umgesetzt, ich denke aber das ist Geschmackssache. Es macht den Jugendroman aber rund und schließt ihn gut ab.


Alles in Allem ist „Ghetto Bitch“ von Gernot Gricksch ein richtig guter Jugendroman, der sich einem aktuellen Thema bedient.
Die vorstellbar beschriebenen Charaktere, der jugendlich leicht lesbare Stil des Autors und eine Handlung, die interessant und spannend ist und viele Vorurteile anspricht, haben mich hier sehr gut unterhalten.
Durchaus lesenswert!



Mein Dank geht an den Verlag für das Rezensionsexemplar und die Leserunde!


1 Kommentar:

  1. Hey Manja,
    ich habe es vorgestern auch ausgelesen und werde ebenfalls 4/5 Punkte vergeben, wenn auch aus anderen gründen als du. ;) Ich fand es gar nicht zäh und langatmig, kann aber auch an der kurzen Seitenzahl gelegen haben. Für mich war eher die Liebe und Wandlung von Nele nicht überzeugend genug, dass ich sie glauben konnte. Aber trotzdem hat es mir, wie dir, echt gut gefallen.

    Liebe Grüße,
    Liss ♥

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