Dienstag, 30. August 2016

Gelesen: "Tage zwischen Ebbe und Flut" von Carin Müller



-          Taschenbuch: 288 Seiten
-          Verlag: Knaur TB (1. September 2016)
-          Sprache: Deutsch
-          ISBN-10: 3426519739
-          ISBN-13: 978-3426519738




In ihrem ebenso warmherzigen wie humorvoll überspitzten Roman "Tage zwischen Ebbe und Flut" zeigt die Journalistin Carin Müller eine Familie im emotionalen Ausnahmezustand. Basierend auf eigenen Erfahrungen lässt die Autorin ihre liebevoll gezeichneten Charaktere, allen voran den an Alzheimer erkrankten Felix sowie seine Ehefrau, seine Tochter und seine Enkelin, auf einer Mittelmeer-Kreuzfahrt aufeinanderprallen. So entsteht ein bewegender, dabei sehr ehrlicher und oftmals herrlich komischer Reise- und Familienroman über eine der Volkskrankheiten unserer Zeit, wie man damit lebt, was sie mit sich bringt - an Verlusten, aber auch neuen Erfahrungen und Chancen.
Felix ist 70 Jahre alt. Er spricht aus, was niemand zu sagen wagt, und tut, was sonst niemand tun würde. Seine Erinnerungen sind wie Wellen in seinem Kopf, wogend, nicht festzuhalten. Denn Felix hat Alzheimer.
Um ihm einen Herzenswunsch zu erfüllen, machen seine Ehefrau Ellen, seine Tochter Judith und seine Enkelin Fabienne mit ihm eine Kreuzfahrt. Doch während Felix die Reise als wunderbares Abenteuer erlebt, wird für die drei Frauen die Seereise zu einer Seelenreise durch schwere Gewässer, aber mit Kurs auf sonnige Gefilde.
(Quelle: Knaur TB)


Bisher kannte ich zwei Romane der Autorin Carin Müller. Nun also durfte ich ihren neuen Roman „Tage zwischen Ebbe und Flut“ lesen und war echt gespannt darauf wohin mich die Reise wohl führen würde.

Felix ist ein älterer Herr, 70 Jahre alt. Er leidet an Alzheimer, seine Erinnerungen schlagen regelrecht Wellen in seinem Kopf. Felix spricht aus was andere nicht sagen und er tut was sonst keiner tut. Für ihn ist die Kreuzfahrt ein einziges wundervolles Abenteuer und ich mochte Felix, gerade auch weil er ungewöhnlich ist. Die Schilderungen aus seinen Augen sind sehr beeindruckend.
Ellen ist Felix‘ Ehefrau. Gemeinsam mit Tochter Judith und Fabienne, der Enkelin, bucht sie eine Kreuzfahrt. Diese ist ein Herzenswunsch ihres Mannes, sie will ihm diesen unbedingt erfüllen.
Mir gefielen die Charaktere sehr gut, sie sind alle glaubhaft und authentisch gestaltet und man kann sie sich vorstellen. Man merkt hier die Liebe, die Carin Müller in ihre Charaktere gesteckt hat. Besonders bei Felix beweist sie Feingefühl, sie schafft es aber das Felix nicht merkwürdig oder so erscheint. Eher das Gegenteil ist der Fall, man fühlt als Leser mit Felix mit.

Der Schreibstil der Autorin ist flüssig und sehr angenehm zu lesen. Es geht emotional und sehr gefühlvoll zu, hinzu kommt sehr viel Herz und Tiefe. Doch nicht alles ist dramatisch oder bedrückend geschrieben, es gibt auch humorvolle Situationen, diese sind so im Geschehen eingepasst das sie genau passen.
In der Handlung greift Carin Müller ein ernstes Thema auf, sie schreibt hier über Alzheimer. Es war nicht mein erster Roman darüber und dennoch, ich hatte mehrfach einen Kloß im Hals. Diese Krankheit ist einfach tückisch, man weiß nie wie sie sich wirklich äußert.
Mit diesem Roman versucht Carin Müller Mut zu machen, sie lässt die Betroffenen selbst zu Wort kommen. Sie alle sind so verschieden, haben verschiedene Dinge, die sie bewegen, sie beschäftigen. Besonders die Sichtweisen von Felix gefielen mir sehr gut. Man lernt als Leser ein wenig zu verstehen, wie es einem Menschen geht der an dieser Krankheit leidet.
Es ist aber, wie bereits erwähnt, nicht alles bedrückend, Carin Müller hat immer wieder humorvolle Passagen eingebaut, sie lockern die Stimmung immer wieder auf und zeigen es gibt im Leben nicht nur schlechte Tage, man muss es einfach nehmen wie es ist.
Mich hat Carin Müller definitiv zum Nachdenken angeregt, ich sehe Alzheimer jetzt mit anderen Augen. Sie hat mir dieses Thema noch näher gebracht, hat mich bewegt, berührt und ich wurde, trotz Ernsthaftigkeit, wunderbar unterhalten.


Insgesamt gesagt ist „Tage zwischen Ebbe und Flut“ von Carin Müller ein bemerkenswerter Roman, der ein schwieriges Thema anspricht.
Authentische, wirklich liebenswert gestaltete Charaktere, ein flüssig lesbarer, auch mal humorvoller Stil der Autorin sowie eine Handlung, die mich sehr berührt und bewegt hat, haben mich wunderbar unterhalten und zum Nachdenken angeregt.
Wirklich zu empfehlen!



Ich danke der Autorin und dem Verlag für das Vorab - Leseexemplar!


Kommentare:

  1. Das Cover ist ja toll. Schade, dass das Bild hier so klein ist, aber habe es grade nochmal gegoogelt. ;-) Hört sich wirklich interessant an. Danke für Deine Rezension.
    Liebe Grüße Sandra [plentylife.blogspot.de]

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  2. Ich stimme Dir da voll zu.
    Ich hab den Roman gestern beendet und bin so begeistert. Bisher kannte ich noch kein Werk von Carin Müller, dass wird sich aber ändern :)
    Meine Rezi dazu folgt die nächsten Tage wenn ich wieder die passenden Worte dafür hab :)
    Liebe Grüße
    Ela

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