Donnerstag, 15. September 2016

Gelesen: "Das schwarze Loch in mir" von Anders Johansen



-          Gebundene Ausgabe: 295 Seiten
-          Verlag: Beltz & Gelberg (11. Juli 2016)
-          Sprache: Deutsch
-          ISBN-10: 3407821727
-          ISBN-13: 978-3407821720
-          Vom Hersteller empfohlenes Alter: 12 - 15 Jahre
-          Originaltitel: Hullet



Die geschützte Welt des autistischen David gerät aus den Fugen, als der Fortschritt über das archaische färöische Dorf Fjeldvig hereinbricht und er ungewollt in einen tödlichen Unfall verwickelt wird.
Ganz Fjeldvig ist in Unruhe, denn ein Tunnel soll das völlig abgeschiedene Dorf mit dem Rest des Landes verbinden.
Auch der autistische David fürchtet die Veränderungen, die das »schwarze Loch« auslöst. Zum Glück hat er seinen Bruder Peter, der seine behütete Welt zu erhalten versucht. Doch Peters plötzlicher Entschluss, Fjeldvig durch das »schwarze Loch« zu verlassen, lässt Davids Leben zusammenbrechen und löst einen tragischen Unfall aus.
Ein berührender Roman zum Eintauchen, erzählt vor der faszinierenden Kulisse der Färöer-Inseln.
(Quelle: Beltz & Gelberg)


Der Jugendroman „Das schwarze Loch in mir“ stammt vom Autor Anders Johansen. Es ist sein erster Roman, der im Verlag Beltz & Gelberg veröffentlich wurde. Ich wurde vom sehr interessant klingenden Klappentext angesprochen und war wirklich sehr neugierig darauf was mich wohl zwischen den Buchdeckeln erwarten würde.

David ist Autist. Er wächst sehr behütet auf. David beobachtet seine Umgebung stets sehr genau und er kann sich die Dinge wirklich verdammt gut merken. Besonders seine Begabung was Zahlen angeht ist sehr interessant. Er braucht auch immer einen genauen Ablauf am Tag, der auch jeden Tag gleich ist. Nur dann klappt es und David kann leben wie ein normaler Junge. Allerdings Emotionen kann er nicht so empfinden wie andere. Mir gefiel David gut, ich konnte mich gut in ihn hineinversetzen und die Geschichte mit ihm erleben.

Die weiteren Charaktere, wie beispielsweise Davids Lehrer, oder die anderen Bewohner der Färöer-Insel haben mir sehr gut gefallen. Man kann sie sich gut vorstellen und die Handlungen soweit auch nachvollziehen.

Der Schreibstil des Autors ist flüssig und für die Zielgruppe gut zu verstehen. Ich selbst bin auch recht leicht durch die Seiten des Buches gekommen und fand es wirklich faszinierend wie der Autor auch die Umgebung beschrieben hat.
Geschildert wird das Geschehen aus Sicht von David. Es ist schon etwas besonderes ein Jugendroman aus Sicht eine Autisten zu lesen Dieses Thema kam mir bisher noch nicht in einem Roman unter, ich war sehr neugierig, da mich dieses Thema von Haus aus bereits sehr interessiert.
Geschildert wird das Geschehen aus Sicht von David. Diese Perspektive ist hier mehr als passend und ich habe mich so mit David sehr verbunden gefühlt.
Die Handlung selbst richtet sich an Jugendliche. Es geht hier um die erste Liebe aber auch darum wie die Bewohner der Inseln zusammenhalten. Der angesprochene Tunnel spielt auch eine recht große Rolle.
Allerdings die Spannungskurve bleibt hier nicht konstant oben. Es geht interessant los, dann aber flaut es doch merklich ab. Erst zum Ende hin wurde es dann wieder besser und ich wollte unbedingt wissen wie es ausgeht.
Was mir besonders gefallen hat ist das Setting mit den Färöer-Inseln. Der Autor bringt dem Leser die Landschaft hier sehr bildhaft nahe, ich konnte mir hier alles wirklich gut vorstellen.

Das Ende dieses Romans konnte mich dann wieder komplett überzeugen. Es hat mich bewegt und ja auch gerührt. Ich empfand es als passend und gut abschließend.


Zusammengefasst gesagt ist „Das schwarze Loch in mir“ von Anders Johansen ein sehr guter Jugendroman, der mich aber nicht komplett überzeugen konnte.
Ein sehr interessant gestalteter Protagonist, der leicht und flüssig lesbarer Stil des Autors sowie eine Handlung, deren Spannungskurve leider recht schwankend ist und in der Autismus eine große Rolle spielt, haben mir unterhaltsame Lesestunden beschert.
Durchaus lesenswert!



Ich bedanke mich bei "Beltz & Gelberg" und "Blogg dein Buch" für das bereitgestellte Rezensionsexemplar!



1 Kommentar:

  1. Ich hab meine Rezension für das Buch gerade eben fertiggestellt und scrolle nun so durch die Blogs, die es ebenfalls gelesen haben.

    Es freut mich wirklich, was du darüber schreibst. In den meisten Blogs bisher hab ich immer nur gelesen, David sei "völlig emotionslos", das Buch sei "viel zu schwierig" und man "würde nicht warmlaufen" damit. Ich finde so etwas schade, denn das zeugt von Vorurteilen gegenüber dem Thema Autismus und dass sich die Rezensenten gar nicht näher mit der gegebenen Thematik auseinandergesetzt haben (obwohl es doch schon in der Beschreibung für die Bewerbung stand) oder einfach nicht wollten. Da stellt sich mir die Frage, weshalb ich mich dann für den Titel überhaupt bewerbe...

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