Sonntag, 16. Oktober 2016

Gelesen: "Die Attentäter" von Antonia Michaelis



-          Gebundene Ausgabe: 448 Seiten
-          Verlag: Oetinger (22. August 2016)
-          Sprache: Deutsch
-          ISBN-10: 3789104566
-          ISBN-13: 978-3789104565
-          Vom Hersteller empfohlenes Alter: 16 - 17 Jahre




Obwohl sie aus grundverschiedenen Verhältnissen stammen, sind Cliff und Alain fasziniert voneinander. Zwischen ihnen steht Margarete, die beide von klein auf kennen. Dann konvertiert Cliff zum Islam und verschwindet. Als er zurückkehrt, wird klar: Er soll für den IS einen „Tag des Blutes“ planen. Alain will seinen Freund retten – doch wie lange kann er noch zu ihm halten?
Mit "Die Attentäter" liefert Antonia Michaelis einen beklemmenden Blick in die Abgründe des Terrorismus.
(Quelle: Oetinger)


Antonia Michaelis ist eine Autorin, die mich bisher immer mit ihren Romanen begeistern konnte. Nun also gibt es ein neues Buch von ihr, „Die Attentäter“. Bereits der Klappentext hat mich hier sehr angesprochen und so wollte ich wissen was mich zwischen den Buchdeckeln erwarten würde.

Es geht hier um 3 Freunde, Alain, Margarete und Cliff. Alle drei kommen aus Berlin.
Cliff hatte es wohl am schwersten von ihnen. Seine Kindheit war nicht unbedingt gut, sein Vater ist der Gewalt nicht abgeneigt. Auf mich wirkte Cliff labil, daher lässt er sich auch auf den islamischen Glauben ein. Er findet dort den Halt den er woanders sucht. Er ist es auch der plant, der sich in den Kopf gesetzt hat Berlin und die Welt zu verändern.
Seine beiden Freunde Alain und Margarete stehen Cliff zu Seite, immer bereit für ihn da zu sein, ihm zu helfen.

Der Schreibstil der Autorin ist gewohnt interessant und voller Metaphern. Antonia Michaelis schreibt poetisch und bildhaft, man muss sich aber auf das Geschriebene konzentrieren, muss genau lesen, da man sonst Verständnisprobleme bekommt. Es ist definitiv kein Buch für mal eben zwischendurch, man muss sich wirklich Zeit nehmen.
Die Handlung selbst ist fiktiv, wirkt aber realistisch, wie aus dem Leben gegriffen. Es geht hier um eine Situation wie sie aktuell ein großes Thema ist, hochbrisant und sensibel geschildert. Als Leser bekommt man hier durchaus Gänsehaut beim Lesen, wenn man sich ausmalt was Cliff hier eigentlich vorhat.
Antonia Michaelis scheut nicht davor dem Leser die Wahrheit aufzuzeigen, daher denkt man als Leser auch, dass hier alles realistisch ist. Immer wieder passieren hier aber auch skurrile und zum Teil sehr mysteriöse Dinge, die eine anderen Blickwinkel liefern.
Dennoch aber war ich auch ein wenig enttäuscht vom Buch. Mir fehlte hier die Spannung. Es gibt sie keine Frage aber sie flaute zwischenzeitlich immer wieder ab. Ich hätte sie mir durchweg gewünscht. Außerdem sind die Charaktere nicht immer wirklich schlüssig, zum Teil blieben mir die Handlungen fremd, der Zugang zu ihnen ist nicht immer vorhanden.

Das Ende ist vorhersehbar, von Beginn an weiß man als Leser eigentlich wie es ausgeht. Ich hatte mir hier ehrlich gesagt etwas mehr erhofft. Klar es passt und macht die Geschichte letztlich rund. Doch zu hundert Prozent überzeugt hat es mich dennoch nicht.


Zusammengefasst gesagt ist „Die Attentäter“ von Antonia Michaelis ein Roman, der mich sehr zwiegespalten zurückgelassen hat.
An sich gut gestaltete Charaktere, deren Handlungen aber nicht immer komplett nachvollziehbar waren, ein interessanter Stil der Autorin und eine Handlung, die zwar ein hochaktuelles, sehr brisantes Thema aufgreift, in der mir aber definitiv Spannung gefehlt hat, konnten mich nicht so begeistern wie die anderen Werke der Autorin. Potential ist vorhanden aber es wurde nicht komplett genutzt.
Schade!



Ich bedanke mich beim Verlag für das bereitgestellte Exemplar!


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