Donnerstag, 27. Oktober 2016

Gelesen: "Es war einmal Aleppo" von Jennifer Benkau



-          Format: Kindle Edition
-          Dateigröße: 4538 KB
-          Seitenzahl der Print-Ausgabe: 377 Seiten
-          Sprache: Deutsch




Es ist wie ein Schlag ins Gesicht. Antonia kommt mit ihrer Familie aus dem Urlaub, und plötzlich leben mehrere hundert Flüchtlinge nebenan.
Klar – irgendwo müssen sie unterkommen. Aber ausgerechnet hier?
Doch dann trifft Toni auf Shirvan.
Und mit jeder skeptischen Frage, die sie ihm stellt, wird die Sache verzwickter.
(Quelle: Ink Rebels)


Jennifer Benkau war mir nicht unbekannt, habe ich doch bereits zwei ihrer Romane gelesen. Nun ist ihr neuestes Werk „Es war einmal Aleppo“ erschienen und ich war sehr gespannt auf den Inhalt der Geschichte. Sowohl der Klappentext als auch das Cover haben mich sehr neugierig gemacht und so begann ich mit Lesen.

Bei den Charakteren hat Jennifer Benkau wirklich ein gutes Händchen bewiesen. Sie alle haben mir unheimlich gut gefallen, sie wirkten authentisch und real auf mich.
Antonia ist 16 Jahre alt und kommt aus gutem Hause. Als sie mit ihren Eltern und ihrem Bruder aus dem Urlaub zurückkommt befindet sich plötzlich gegenüber ihrem Zuhause ein Flüchtlingscamp. Zunächst verhält sich Toni, wie Antonia auch genannt wird, eher skeptisch, ja fast schon ängstlich diesen Menschen gegenüber. Ich muss zugeben ich habe mich immer wieder ertappt wie ich mich gefragt habe was ich tun würde. Aber ganz ehrlich, ich weiß es nicht. Ich fand es wirklich sehr gut wie Toni in die Situation wächst. Sie lernt mit der Situation umzugehen. Ganz wichtig in diesem Prozess ist Tonis beste Freundin Fee. Auch sie hat Jennifer Benkau sehr gut gezeichnet. Fee ist eher unerschrocken, sie geht neue Dinge offen an. Das gefiel mir richtig gut.
Genauso wichtig wie die beiden Mädchen ist auch der 18-jährige Shirvan. Er ist ein Flüchtlingsjunge und lebt in dem angesprochenen Camp. Shirvan ist eher verschlossen und sehr ruhig, doch auch er macht eine Entwicklung durch. Und eben diese hat mich wirklich beeindruckt.

Auch die ganzen Nebencharaktere des Buches sind wunderbar gelungen. Jeder von ihnen hat Ecken und Kanten, hat eine Vergangenheit, muss Dinge verarbeiten. Daher wirkten sie auf mich ebenfalls glaubhaft und authentisch.

Der Schreibstil der Autorin ist jugendlich leicht und locker. Ich bin förmlich durch das Geschehen geflogen, die Seiten blätterten beinahe wie von selbst.
Die Handlung an sich empfand ich als sehr beeindruckend. Es ist tagesaktuell und geht jeden etwas an. Jennifer Benkau hat hier sehr gut recherchiert, man merkt ihr liegt dieses Thema sehr am Herzen. Ja es geht auch um Krieg, doch es spielt in Deutschland und als Leser begreift man immer mehr das Dinge nicht unbedingt schlecht sind, wenn man sie nicht kennt. Man entwickelt sich mit den Charakteren der Geschichte mit, öffnet langsam aber sicher immer mehr die Augen. Jennifer Benkau rüttelt hier wach und bewegt den Leser. Sie geht hier in die Tiefe, kratzt das Thema Flüchtlinge nicht nur oberflächlich an.

Das Ende hat mir sehr gefallen. Es schließt ab und macht rund. Und auch nach dem Beenden war ich nachdenklich gestimmt, denn mich hat es wirklich bewegt.


Insgesamt gesagt ist „Es war einmal Aleppo“ von Jennifer Benkau ein bemerkenswerter Roman, der mich sehr bewegt hat.
Authentische Charaktere, der jugendlich leichte sehr einnehmende Stil der Autorin sowie eine Handlung, die aktuell ist, wachrüttelt und nachdenklich stimmt, haben mich beeindruckt und auf ganzer Linie überzeugt.
Unbedingt lesen!


Ich bedanke mich bei der Autorin für das Vorab - PDF!


Kommentare:

  1. Hi Manja,

    das klingt sehr interessant und aktuell. Kommt auf meine Merkliste.

    Ganz liebe Grüße aus Tirol
    Marie

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  2. Liebe Manja,
    ich war mittlerweile in vielen Aufnahmeeinrichtungen und habe mich immer gefragt, wie viele Bücher es darüber wohl gibt. Da liegen so viele Geschichten. Das Buch interessiert mich wirklich sehr, vor allem, weil es ein Jugendbuch ist. Danke schön für den Tipp!

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  3. Oh wow. Dieses Buch kenne ich gar nicht von Jennifer Benkau. Das Cover sieht ja schon umwerfend aus :) Und wie es scheint ist der Inhalt auch noch toll. Werd ich mir mal näher ansehen (:

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  4. Huhu Manja, danke für den Buchtipp. Das Thema beschäftigt mich auch sehr, ich höre häufig viele Vorurteile und denke mir dann jedes Mal, dass diese Leute einfach mal mit Flüchtlingen zusammentreffen müssten, um zu sehen, was an ihren Vorurteilen wirklich dran ist. Das Buch werde ich mir definitiv merken.

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