Sonntag, 15. Januar 2017

Gelesen: "Das Lied der Stille" von Janine Dudzik



-          Format: Kindle Edition
-          Dateigröße: 2101 KB
-          Seitenzahl der Print-Ausgabe: 210 Seiten
-          Sprache: Deutsch

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Wenn Amy zu singen begann, dann war das Balsam für die Seele. Wundervoller als jeder Vogel, bezaubernder als jede Musik. Wie leichter Regen am heißen Sommertag oder wie das Lachen eines Kindes. Es war so liebreizend wie nichts Anderes auf der Welt.
„Warum siehst du mich so an?“, fragte sie mich auf einmal.
Ich lächelte nur und zog sie in meine Arme. Als sie anfing zu weinen, strich ich ihr beruhigend durchs Haar.
„Ich verspreche dir, dass alles gut wird!“, versicherte ich ihr.
Ja, wenn Amy sang, war das unvergleichlich. Nur, dass ich der Einzige war, der sie hören konnte.
Amy ist ein ganz gewöhnliches Mädchen. Wäre da nicht die Tatsache, dass sie stumm ist. Als sie sich in den beliebten Jungen Finn aus ihrer Klasse verliebt, ändert sich alles. Finn versteht sie besser, als die beiden es sich vorstellen können. Die Welten der beiden sind voller Geheimnisse, die sie in einem waghalsigen Abenteuer in einer fremden Stadt zu lüften versuchen. Noch ahnen sie nichts von der Gefahr, die dort auf sie wartet.
(Quelle: amazon)


„Das Lied der Stille“ stammt aus der Feder der Autorin Janine Dudzik. Es ist das Debüt der Autorin und ich war aufgrund des interessant klingenden Klappentextes neugierig auf die Geschichte.

Die beiden Protagonisten sind sehr schön beschrieben. Ich konnte sie mir beide gut vorstellen und die Handlungen soweit verstehen.
Amy ist ein schüchternes Mädchen. Sie versucht nicht aufzufallen. Sie versteckt sich, obwohl sehr viel in ihr steckt. Und dennoch mochte ich Amy gerne, von ihrer Art her hat sie etwas an sich das mir sehr gefallen hat.
Finn ist genau das Gegenteil von Amy. Er sieht gut aus und weiß das auch. Er setzt es auch dementsprechend ein. Auch er war mir durchaus sympathisch, obwohl ich ja zu Beginn dachte er wäre irgendwie etwas eingebildet.
Beide Protagonisten haben Ecken und Kanten und das macht sie nicht gewöhnlich sondern eher besonders.

Es gibt noch Nebenfiguren in der Geschichte, die mich auch angesprochen haben. Sie passen sehr gut ins Geschehen hinein und bringen vor allem eigene Dinge mit.

Der Schreibstil der Autorin ist recht leicht und flüssig lesbar. Ich bin gut durch die Geschichte gekommen und konnte gut folgen.
Geschildert wird das Geschehen aus wechselnden Perspektiven. Somit lernt man unterschiedliche Sichtweisen kennen und es wird facettenreich.
Die Handlung selbst ist doch ganz anders als man es vielleicht erwartet. Es geht fantasiereich zu und ab und an bedient sich Janine Dudzik auch an Klischees. Und dennoch hatte ich auch da Gefühl ich würde etwas Neuartiges lesen. Die Hintergrundidee jedenfalls ich wirklich klasse.
Ein paar Mal kam es aber doch vor das nicht alles nachvollziehbar ist. Die Protagonisten sind hier in diesen Passagen doch ein wenig zu impulsiv, was nicht ganz so passte. Diese Stellen aber wurden immer wieder von interessanten und spannenden abgelöst.

Das Ende ist recht offen. Es bleiben vielerlei Fragen und somit ist genug Potential für die Folgebände dieser Reihe geblieben.


Kurz gesagt ist „Das Lied der Stille“ von Janine Dudzik ein sehr solides Debüt der Autorin, das eine andere Richtung einschlägt als man vielleicht erwartet.
Gut gezeichnete Charaktere, ein angenehm zu lesender Stil der Autorin sowie eine Handlung, die eine tolle Hintergrundidee besitzt, und die auch sonst spannend gehalten ist, haben mir hier unterhaltsame Lesestunden beschert.
Durchaus lesenswert!


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