Dienstag, 4. April 2017

Gelesen: "Den Mund voll ungesagter Dinge" von Anne Freytag



-          Broschiert: 400 Seiten
-          Verlag: Heyne Verlag (6. März 2017)
-          Sprache: Deutsch
-          ISBN-10: 3453271033
-          ISBN-13: 978-3453271036
-          Vom Hersteller empfohlenes Alter: Ab 14 Jahren



Wenn Sophie es sich aussuchen könnte, wäre ihr Leben simpel. Aber das ist es nicht. Und das war es auch nie. Das fängt damit an, dass ihre Mutter sie direkt nach der Geburt im Stich gelassen hat. Und endet damit, dass Sophies Vater plötzlich beschließt, mit seiner Tochter zu seiner Freundin nach München zu ziehen. Alle sind glücklich. Bis auf Sophie.
Was hat es bloß mit dieser verdammten Liebe auf sich? Sophie selbst war noch nie verliebt. Klar gab es Jungs, einsam ist sie trotzdem. Bis sie in der neuen Stadt auf Alex trifft. Das Nachbarsmädchen mit der kleinen Lücke zwischen den Zähnen, den grünen Augen und dem ansteckenden Lachen. Zum ersten Mal lässt sich Sophie voll und ganz auf einen anderen Menschen ein. Und plötzlich ist das Leben neu und aufregend. Bis ein Kuss alles verändert.
(Quelle: Heyne Verlag)


Bereits vor „Den Mund voll ungesagter Dinge“ war mir Anne Freytag ein Begriff. Nun hatte ich die Chance ihr neuestes Werk zu lesen. Der Klappentext und das Cover machten mich sehr neugierig, so begann ich gespannt mit dem Lesen.

Die Protagonistin Sophie hat mir auf Anhieb sehr gefallen. Sie ist sehr direkt und ihr Kopf ist voll mit Dingen, die niemals raus dürfen. Man kann sich als Leser hier sehr gut mit ihr identifizieren. Sie ist 17 Jahre alt und gerade erst mit ihrem Vater von Hamburg nach München gezogen. Man begleitet sie als Leser wie sie Erfahrungen macht und auch Fehler. Auf mich wirkte sie authentisch und sehr glaubhaft, eben jemand den man gern haben muss.

Neben Sophie mochte ich Alex noch sehr gerne. Sie ist lebensfroh, fröhlich und richtig klasse beschrieben.
Weniger gemocht habe ich sowohl Nik als auch Clemens. Beide wirkten auf mich irgendwie unsympathisch, sie sind Menschen denen ich auch so nicht unbedingt gerne begegnen möchte.

Der Schreibstil der Autorin ist wunderbar leicht und flüssig zu lesen. Bereits nach ein paar Seiten hatte Anne Freytag mich gefangen genommen und erst am Ende kam ich wieder in der Realität an.
Geschildert wird das Geschehen aus Sophies Sichtweise, was sie dem Leser noch viel näherbringt. Man bekommt so einen richtig guten Einblick in ihre Gedanken und Gefühle.
An die Handlung hatte ich so einige Erwartungen und ja sie wurden erfüllt. Mehr noch, das Buch hat es geschafft sie zu übertreffen. Es geht hier um ein Thema, das eigentlich normal ist, irgendwie aber auch als etwas betrachtet wird, das nicht sein sollte. Anne Freytag schafft es hier sich die gleichgeschlechtliche Liebe authentisch rüberzubringen. Man merkt sie hat sich mit diesem Thema genauestens befasst, hat recherchiert, sich der Menschen angenommen.
Es geht hier emotional zu, es werden auch Dinge wie Freundschaft und Familie aufgegriffen.

Das Ende ist einfach perfekt. Es schließt das Buch sehr gut ab, macht es rund. Und die Playlist ganz am Ende unterstreicht die Geschichte wirklich super.


Kurz gesagt ist „Den Mund voll ungesagter Dinge“ von Anne Freytag ein Jugendroman, der mich von Beginn an fesseln konnte.
Wirklich vorstellbare Charaktere, ein leicht und flüssig zu lesender Stil der Autorin sowie eine Handlung, die sich nicht nur mit den Themen Familie und Freundschaft befasst sondern auch ein Tabu-Thema, das keines mehr sein sollte, aufgreift, haben mich ganz wunderbar unterhalten und mich rundum überzeugt.
Wirklich zu empfehlen!



Ich bedanke mich beim Verlag für das bereitgestellte Rezensionsexemplar!


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