Montag, 22. Mai 2017

Gelesen: "Die Villa am Meer" von Micaela Jary



-    Taschenbuch: 512 Seiten
-    Verlag: Goldmann Verlag (20. März 2017)
-    Sprache: Deutsch
-    ISBN-10: 3442485959
-    ISBN-13: 978-3442485956



Rostock-Warnemünde 1897: Katharinas Hochzeit mit dem verwitweten, wesentlich älteren Manufakturbesitzer und Korbmacher Olaf Borchers steht unter einem schlechten Stern: Nicht nur, dass ihr Herz einem anderen gehört, Borchers halbwüchsiger Sohn ist nicht einverstanden mit der neuen Frau seines Vaters und torpediert die Ehe von Anfang an. Dennoch tut Katharina ihr Bestes, um mit ihrem Mann glücklich zu werden. Doch das ändert sich an dem Tag, an dem sie Pläne für ein eigenes Geschäft macht – einen Strandkorbverleih an der Ostsee ...
(Quelle: Goldmann Verlag)


Von Micaela Jary hatte ich bereits den einen oder anderen Roman gelesen und für gut befunden. Nun hielt ich ihr neuestes Werk „Die Villa am Meer“ in den Händen und war sehr neugierig auf die Geschichte, die mich hier erwarten würde. Vom Klappentext her wurde ich sehr angesprochen und so begann ich gespannt mit dem Lesen.

Von den Charakteren hat Micaela Jary hier ein glückliches Händchen bewiesen. Sie sind alle richtig gut beschrieben und wirkten so vorstellbar auf mich.
Katharina gefiel mir wirklich gut. Zu Beginn war sie eher noch sehr schüchtern und eher ein graues Mäuschen, je weiter ich im Geschehen vorankam desto mehr entwickelte sich Katharina. Sie wird immer stärker und selbstbewusster, weiß ziemlich genau was sie will.
Olaf Borchers empfand ich dagegen als eher unsympathisch. Er war mir zu glatt, zu normal. Immer wenn ich ihm etwas näherkam entglitt er mir wieder und ich wusste nicht mehr so recht wie ich ihn nehmen sollte.
Dann ist das noch Greta, Joachims Frau. Sie ist eher sehr eifersüchtig und pessimistisch eingestellt. Eigentlich gehörte sie zur oberen Gesellschaft, dann aber hat ihr Mann einen Unfall und fällt ins Bodenlose. Ein Loch wo es nicht so einfach ist wieder rauszukommen. Joachim und Greta aber versuchen ihr Bestes.
Die Mischung dieser Charaktere ist gelungen und sie geben der Geschichte das gewisse Etwas, jeder bringt hier eigene Dinge mit, die ihn ausmachen.

Der Schreibstil der Autorin ist sehr flüssig und lässt sich richtig gut lesen. Ich bin leicht und locker durch die Seiten gekommen und konnte ohne Probleme folgen.
Die Handlung klang vom Klappentext her wirklich gut. Und zunächst hatte ich auch ein richtig gutes Gefühl, es baute sich Spannung auf. Es ist eine Familiengeschichte, die in der Kaiserzeit in Deutschland, genauer in Rockstock und Warnemünde, spielt. Die Beschreibungen sind auch wirklich sehr gut und anschaulich.
Dann aber flaute es doch merklich ab, es zog sich in die Länge, plätscherte zum Teil nur dahin. Hier verschenkt Micaela Jary doch einiges an Potential. Sie hat zwar sehr gut recherchiert, bringt diese Dinge aber in meinen Augen nicht ganz so ein wie ich es mir erhofft hatte.

Das Ende ist wiederum wirklich gut und in meinen Augen passend gehalten. Es schließt die Handlung wirklich gut und schlüssig ab.


Alles in Allem ist „Die Villa am Meer“ von Micaela Jary ein historischer Roman, der vor einer tollen Kulisse spielt, mich aber nicht komplett überzeugen konnte.
Gut beschriebene Charaktere, ein leicht und flüssig zu lesender Stil der Autorin und eine Handlung, die zunächst richtig spannend gehalten ist, dann aber leider doch merklich nachlässt, um dann zum Ende hin nochmals spannend zu werden, haben mir nichts desto trotz sehr schöne Lesestunden beschert.
Durchaus lesenswert!



Ich bedanke mich bei buchcontact und dem Verlag für das Rezensionsexemplar!


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